Kopf der Woche: Univ.-Prof. Dr. Josef Christian Aigner

Mit Prof. Josef Christian Aigner gewann die LFU Innsbruck im Jahr 2006 auf die neue Professur für „Psychosoziale Arbeit“ einen Experten für den psychoanalytisch-pädagogischen Schwerpunkt am Institut für Erziehungswissenschaft.
Univ.Prof. Dr. Josef Christian Aigner
Bild: Univ.Prof. Dr. Josef Christian Aigner

Ein Schwerpunkt wie dieser ist in der österreichischen Universitätslandschaft eine Besonderheit und dient der kritischen Pflege und sozialen Anwendung der Freud’schen Psychoanalyse.

 

Josef Christan Aigners Forschung beschäftigt sich mit Psychoanalytischen Väterlichkeitstheorie und mit der Psychoanalyse sozialer Phänomene und politischer Bewegungen, wie zum Beispiel dem Rechtsextremismus. Ein Steckenpferd Aigners , das aus der Psychoanalyse und aus seiner Erfahrung als Psychotherapeut kommt, ist die sozialwissenschaftliche Sexualforschung, die durch ihn auch in das Lehrprogramm der LFU Innsbruck Einzug hielt.

 

Kürzlich veranstaltete Prof. Aigner in diesem Zusammenhang die Ringvorlesung „Liebe und Lust im gesellschaftlichen Umbruch“, an der neben   AbsolventInnen des früheren Wahlfachstudiengangs „Interdisziplinäre Sexualwissenschaft“ auch Internationale Experten teilnahmen. „In Österreich mangelt es nach wie vor an sexualwissenschaftlicher Lehre und Forschung. Insbesondere in den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch in Medizin und Biologie fehlen derartigen Themen in den Studienplänen und in der Forschung. Nach dem Auslaufen der Wahlfachstudiengänge an der LFU Innsbruck werde ich mich bemühen – mit Unterstützung des Rektors - weiterhin hochkarätige sexualwissenschaftliche Lehre in Innsbruck anzubieten“, erklärt Prof. Aigner. 

 

 

Zur Person:

Josef-Christian Aigner wurde 1953 in Grieskirchen in Oberösterreich geboren. Er studierte an der Paris-Lodron-Univerisät Salzburg Psychologie und Pädagogik und promovierte 1981 bei dem bekannten österreichischen Psychoanalytiker Prof. Igor A. Caruso mit einer Arbeit über die Schwierigkeiten der Identitätsbildung Jugendlicher, mit der er im selben Jahr auch den „Förderungspreis zur Pädagogik der Gegenwart“ des Verlages Jugend & Volk gewann.  Seine Karriere begann Aigner 1982 in der Praxis einer Erziehungsberatungsstelle in Vorarlberg. 1984 wurde er als Universitätsassistent an die Bregenzer Außenstelle des  „Interuniversitären Forschungsinstitut für Fernstudien“ (IFF) bestellt, wo er fast 10 Jahre lang in der Betreuung von StudentInnen der Fern-Universität Hagen tätig war. Gleichzeitig absolvierte Josef Christian Aigner eine Ausbildung zum Psychoanalytiker. Aigner hat an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen im In- und Ausland gelehrt, bis er 1994 seine Tätigkeit an der LFU Innsbruck aufnahm. 2000 habilitierte er sich mit einer international viel beachteten Arbeit zur Vaterentbehrung und Vaterferne in unserer Gesellschaft. Prof. Aigner war lange Vorsitzender der Österreichischen Gesellschaft für Sexualforschung und zählt zu den wenigen ausgebildeten Sexualtherapeuten in Österreich. Seit Oktober 2005 ist Josef Christian Aigner als Professor am Institut für Erziehungswissenschaften und Fakultätsstudienleiter der Fakultät für Bildungswissenschaften tätig.