Kopf der Woche: Dr. Piet Oliver Schmidt

Dr. Piet Oliver Schmidt arbeitet am Institut für Experimentalphysik und wurde kürzlich mit dem START-Preis ausgezeichnet. Die Nutzbarmachung der Quantencomputer-Technologien für die Spektroskopie komplizierter Ionen steht im Vordergrund seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.
Kopf der Woche: Dr. Piet Oliver Schmidt
Spektroskopie als Schlüssel zur Welt

Die Arbeit als Post Doc am National Institute of Standards and Technology (NIST) brachte für Dr. Schmidt Erkenntnisse, die er in seiner jetzigen Forschungsarbeit umsetzt. Gemeinsam mit seinen amerikanischen Kollegen entwickelte er eine Methode, mit deren Hilfe man sich die Quantenlogik auch für die Spektroskopie zu Nutze machen kann. Dies ist deshalb von besonderer Bedeutung, da sich das gesamte Wissen der Physik aus der immer präziser werdenden Spektroskopie entwickelt: je genauer Atome untersucht werden können, desto größer ist das Verständnis für physikalische Vorgänge.

Ziel des Projektes „Direkte Frequenzkamm-Spektroskopie mit Quantenlogik“ ist es, Änderungen von Naturkonstanten zu entdecken und deren Änderungsrate zu messen. Mit Hilfe der so gewonnen Daten können über astrophysikalische Beobachtungen Rückschlüsse auf Naturkonstanten von vor über 1010 Jahren gezogen werden.

 

Vom Elektronik-Bastler zum Universitäts-Dozenten

Piet Oliver Schmidt wurde 1970 in Schwäbisch-Hall geboren. Bereits mit elf Jahren erwachte sein Interesse an physikalischen Vorgängen. Erste „wissenschaftliche“ Versuche tätigte er mit einem Elektronik-Baukasten. Der Weg zum Physik-Studium, das er von   1991-1998 an der Universität Konstanz und an der Portland State University absolvierte, war somit vorgezeichnet. 1995 erhielt er den Master of Science in Physics, 1998 schloss er sein Studium als Diplom-Physiker ab und 2003 promovierte er an der Universität Stuttgart. Während des Studiums arbeitete Dr. Schmidt  als freischaffender Computerspezialist und Software-Programmierer, war Mitgründer der Gesellschaft „HandySoft“. Am National Institute of Standards and Technology (NIST) in Boulder Colorado (USA) war er von April 2003 bis Februar 2005 als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von David Wineland tätig. Seit März 2005 arbeitet Dr. Schmidt als Assistent in der Arbeitsgruppe von Prof. Rainer Blatt am Institut für Experimentalphysik der LFU Innsbruck.

Heute nimmt er neben der Rolle als Forscher auch die des Dozenten ein und möchte in Zukunft eine Gruppe erfolgreicher NachwuchswissenschaftlerInnen etablieren. Dr. Schmidt hat sich sein Hobby zum Beruf gemacht und strebt eine permanente Stelle als Professor an. Seine Familie soll deshalb aber nicht vernachlässigt werden: mehr Zeit mit seiner Frau und der 4 Monate alten Tochter Jule zu verbringen nennt er als weiteres Ziel.

 

Preise und Forschungsstipendien

Von August 1999 bis April 2002 erhielt Dr. Schmidt das Doktoranden-Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, im Juli 2004 den Dissertationspreis der Freunde der Universität Stuttgart und von November 2003 bis Februar 2005 das Feodor-Lynen-Stipendium der Humboldt-Stiftung. Im Juni dieses Jahres wurde er mit dem START-Preis ausgezeichnet.

 

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