Kopf der Woche: Karin Blum

Sie bezeichnet sich selbst als linke Sozialistin, ist die erste sozialistische Vorsitzende in der Geschichte der ÖH Innsbruck und jüngste Gemeinderätin: Karin Blum im Portrait.
Karin Blum
Bild: Karin Blum

„Ich bin seit 1997, seit dem Beginn meines Studiums der Politikwissenschaft und der Geschichte, Aktivistin beim VSStÖ. Im Jahr 2000, mit der Einführung der Studiengebühren, habe ich aufgehört zu studieren und zu arbeiten begonnen. Im letzten Jahr habe ich mein Studium wieder aufgenommen“, rekapituliert Blum die letzten Jahre. Derzeit arbeitet sie neben dem Studium als Jugendbetreuerin in einem Jugendzentrum in Rum bei Innsbruck. „Diese Arbeit ist mir sehr wichtig. Es ist aus meiner Sicht leider ein Privileg, neben dem Studium eine Arbeit zu haben, die Sinn und Spaß macht. Ich bin als Jugendbetreuerin direkt mit jungen Menschen und ihren Problemen, Sorgen und Anliegen befasst. Täglich bekomme ich in der Arbeit mit, wie selektiv unser Bildungssystem ist. Jugendliche, die aus sozial schwachen Familien kommen und/oder einen Migrationshintergrund haben, bekommen kaum Chancen, eine höhere Bildung zu genießen.“

 

Im ÖH-Wahlkampf 2005 war Karin Blum Spitzenkandidatin des VSStÖ. Nach dem Wahlerfolg wurde eine rot-grüne Koalition gebildet. Blum wurde zur ÖH-Vorsitzenden gewählt. „Ich bin somit die erste sozialistische Vorsitzende in der Geschichte der ÖH Innsbruck. Eine Koalitionsvereinbarung war, dass im Juli 2006, also zur Halbzeit unserer Legislaturperiode, der Vorsitz rotiert und eine grüne Kollegin Vorsitzende wird.“

 

Als ÖH-Vorsitzende war Karin Blum keine Stubenhockerin: „Die Periode meines ÖH-Vorsitzes war von Anfang an bildungspolitisch heiß. Bereits in den Sommerferien sahen wir uns gezwungen, gegen die geplanten Zugangsbeschränkungen vorzugehen, ebenso gegen die geplanten Studienstreichungen im Entwicklungsplan. In beiden Fällen waren die Proteste und Verhandlungen der ÖH vorwiegend erfolgreich.“ Ihre zentralen unipolitischen Forderungen: Freier Hochschulzugang ohne Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und Hürden anderer Art, Demokratisierung der Universitäten durch Mitbestimmung der Studierenden und demokratische Entscheidungsfindung sowie Ökonomisierung von Bildung (Blum: „Forschung und Lehre dürfen nicht von der Wirtschaft abhängig sein!“).

 

Aber auch außerhalb der Universität ist Blum politisch aktiv. Im vergangenen Gemeinderatswahlkampf in der Landeshauptstadt Innsbruck kandidierte sie für die SPÖ. Als jüngste Gemeinderätin ist sie unter anderem im Gemeinderatsausschuss „Bildung und Gesellschaft“ sowie im Kulturausschuss vertreten. Im Gemeinderatsklub der SPÖ ist sie Universitätssprecherin. „Als Gemeinderätin ist es mir ein Anliegen, dass sich Innsbruck als StudentInnenstadt begreift“, so Blum. „Der Austausch und Diskurs zwischen Stadt und Universität muss unbedingt gefördert werden. Der wissenschaftliche Output der Universität soll der Gesellschaft zur Verfügung gestellt werden. Ich wünsche mir eine rege und kritische Diskussion zwischen Uni, Politik und Gesellschaft!“

 

Zur Person:

 

Karin Blum, 27, wurde in Bregenz in Vorarlberg geboren. 1997 maturierte sie am neusprachlichen Gymnasium in Bregenz, im selben Jahr begann sie in Innsbruck ihr Studium der Politikwissenschaften und der Geschichte. Von 2000 bis 2004 war sie politische Sekretärin der JUSOS und des VSStÖ. 2005 setzte sie ihre Studien fort. Derzeit arbeitet sie als Jugendbetreuerin im Jugendzentrum in Rum bei Innsbruck.