Kopf der Woche: MMag. Ingo Erricher

MMag. Ingo Erricher ist einer der ersten Absolventen des Diplomstudiums Wirtschaftsrecht. Dieses Studium wurde 2003 an der LFU eingerichtet und ist in Österreich einzigartig.
Kopf der Woche: MMag. Ingo Erricher
Bild: Kopf der Woche: MMag. Ingo Erricher

„Wirtschaft und Recht sind eng miteinander verknüpft. Bis dato ergab sich aber in der Praxis oft die Situation, dass Ökonomen und Juristen auf Grund ihrer Ausbildung mehr nebeneinander als miteinander arbeiteten. Das Studium Wirtschaftsrecht baut eine Brücke. Es ist interdisziplinär ausgerichtet und vermittelt angehenden JuristInnen wichtiges Wissen und Verständnis in wirtschaftlichen Belangen“, erklärt MMag. Erricher sein Studium.

 

Ist und Soll

 

Die Studienrichtung Wirtschaftsrecht baut zu knapp zwei Dritteln auf juristischen Fächern und zu rund einem Drittel auf wirtschaftlichen Fächern auf, hinzu kommen Kurse in Fremdsprachen und Verhandlungsführung. Das verstärkte Augenmerk auf Interdisziplinarität gerade gegen Ende des Studiums sieht MMag. Erricher als besonders wertvoll an: „Das Jus-Studium vermittelt eher einen Einblick in den Soll-Zustand, während sich in der Wirtschaft der tatsächliche, der Ist-Zustand zeigt. Ein Jus-Studium oder ein BWL-Studium alleine wäre mir zu wenig gewesen, die neue Studienrichtung „Wirtschaftsrecht“ verbindet die eher theoretische Sichtweise eines Juristen mit der wirtschaftlichen Praxis.“

 

Rechtliche Zusammenhänge und wirtschaftliche Hintergründe

 

Im Studienjahr 2003/04, als das Diplomstudium Wirtschaftsrecht erstmals an der LFU angeboten wurde, inskribierten sich 481 HörerInnen für die neue und in Österreich einmalige Studienrichtung, im laufenden Studienjahr sind es bereits 964 HörerInnen. „In den ersten Semestern ist eine der größten Herausforderungen, die juristische Denkweise zu erlernen und zu verstehen. Der ökonomische Ansatz hilft, starre Sichtweisen zu vermeiden und macht offen für eine umfassende Problemanalyse“, so MMag. Erricher. „Mit gesetzlichen Regelungen wird versucht, die Wirtschaft direkt und indirekt zu lenken. Deshalb kommt dem Wirtschaftsrecht immer größere Bedeutung zu, auch abseits der Politik. Für Unternehmen ist es wichtig, Synergien zu nutzen und unnötigen Mehraufwand zu vermeiden. Wo Juristen und Wirtschafter innerhalb eines Unternehmens manchmal aneinander vorbeiarbeiten, können Wirtschaftsrechtler flexibel und interdisziplinär zusammenarbeiten.“ Den regen Zulauf zum Studium Wirtschaftsrecht erklärt sich MMag. Erricher aber nicht nur mit den Lehrinhalten und der Interdisziplinarität: Wirtschaftsjuristen sind am Arbeitsmarkt sehr gefragt.

 

Zur Person:

 

Ingo Erricher, Magister iuris und Magister iuris rerum oeconomicarum, wurde 1977 geboren. Nach der Matura am Realgymnasium Adolf-Pichler-Platz Innsbruck und seinem Präsenzdienst begann er im Oktober 2000 das Studium der Rechtswissenschaften. Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Neuwirt, MMag. Tobias Gisinger und MMag. Markus Jost beendete er kürzlich sein Diplomstudium Wirtschaftsrecht erfolgreich. Seit erstem März 2005 ist MMag. Erricher Studienassistent am Institut für Unternehmens- und Steuerrecht der LFU.