Kopf der Woche: Dr. Andreas Daniel Matt

Studieren heißt nicht nur, sich Wissen anzueignen, sondern auch, seinen Charakter zu stärken und sich zu einem verantwortungsbewussten und –vollen Menschen zu entwickeln. Dr. Andreas Daniel Matt zeigt, wie das ausschauen kann.
Dr. Andreas Daniel Matt
Bild: Dr. Andreas Daniel Matt

Dr. Matt begann 1993 sein Mathematikstudium an der LFUI. Auslandsaufenthalte brachten ihn in den folgenden Jahren an die Universitäten Sevilla und Buenos Aires, ehe er 2004 sein Doktoratsstudium der Mathematik an der LFU mit Auszeichnung absolvierte.

 

Darüber hinaus ist Dr. Matt seit acht Jahren im sozialen und humanitären Bereich tätig. Er ist Mitgründer des Vereins fabula, der stark im Bereich Multi Media und Medizin tätig war, u. a. mit Projekten in Pakistan, Indien und der Mongolei. Im Jänner 2005 gründete Dr. Matt den Verein proLoka mit, der sich vor allem in den Bereichen Kultur, Technik, Ausbildung und Medizin spezialisiert, und gerade ein wissenschaftliches Austauschprojekt zwischen der Medizin-Universität Innsbruck und Medizin-Universitäten in Indien organisiert hat. Mit proLoka hat Dr. Matt auch ein Projekt in Kashmir gestartet, an dem er die nächsten Monate noch unentgeltlich arbeiten wird und das bis jetzt über 70.000 Euro an Spenden verbuchen konnte.

 

„Mein soziales Engagement rührt vor allem von meinen Auslandsaufenthalten während meiner Studienzeit her, vom Kennen lernen verschiedener Welten und Kulturen, die mir begegnet sind, die mir eine neue Sicht der eigenen Welt aufzeigen und Motivation geben, Menschen zu helfen, wo möglich und erwünscht“, so Dr. Matt. „Das Mathematikstudium beschäftigt sich ja mit der Lösung von Problemen, der Analyse und der kreativen Suche nach Methoden, eine Lösung zu finden. Dieser wissenschaftliche Ansatz funktioniert auch im „realen" Leben ausgezeichnet und lässt sich vor allem im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit   einsetzen. Wichtig dabei ist der Kontakt mit den betroffenen Menschen und der Respekt vor ihrer Kultur ebenso wie natürlich die gewisse Intuition und Kreativität, die man auch in der Mathematik benötigt.“

 

An seine Studienzeit erinnert sich Dr. Matt gerne zurück: „Es hat mir sehr gut gefallen, in Innsbruck zu studieren, vor allem von der unkomplizierten Handhabe der LFU bezüglich Studienaufenthalten im Ausland und der Anrechnung von Prüfungszeugnissen habe ich profitiert. Der Besuch von Lehrveranstaltungen anderer Institute und Fakultäten, wie der Kunstgeschichte, der Philosophie, der Sprachwissenschaften, der Psychologie und der Ethnologie, hat mich in meinem interdisziplinären Denken geprägt.“

 

Am 9. Januar 2006 wird Dr. Matt vom Verein für Dienste im Ausland mit der erstmals verliehenen Auszeichnung „Auslandsdiener des Jahres“ für seine Arbeit im Ausland geehrt.

 

Zur Person:

 

Dr. Andreas Daniel Matt, geboren am 30. September 1975, absolvierte im Juni 1993 seine Matura am Gymnasium Sillgasse, Innsbruck. In seiner Studienzeit beschäftigte er sich vor allem mit der mathematischen Theorie des Maschinellen Lernens, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz. Folgerichtig untersuchte Dr. Matt in seiner Diplomarbeit mit dem Titel „Time Variable Reinforcement Learning and Reinforcement Function Design“, wie zeitveränderliche Belohnungen die Lerngeschwindigkeit erhöhen. Auf den hier gewonnenen Erkenntnissen baut Dr. Matts Dissertation auf. Thema der Arbeit: Weiterentwicklung und Neuerung im Bereich Reinforcement Learning. Für die im Vorfeld der Dissertation vollbrachten Leistungen wurde Dr. Matt im Juli 2003 der Preis für junge Wissenschafter an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der LFU verliehen.

 

Von März 2002 bis März 2004 war Dr. Matt Lehrbeauftragter am Institut für Informatik der LFU. Seinen Auslandsdienst, der vergangenen September endete, leistete er als Leiter der Medien- und Wissenschaftsabteilung im SOS Kinderdorf in Lahore in Pakistan. Derzeit arbeit Dr. Matt als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Sanjannagar Institute of Philosophy and Arts in Lahore im Bereich Bewusstsein und Gehirnforschung.