Kopf der Woche: Dr. Andreas Maislinger

Seit 1992 besteht für wehrpflichtige Österreicher die Möglichkeit, als Alternative zum Zivildienst einen Auslandsdienst in Form eines Gedenk-, Sozial- oder Friedensdienstes zu leisten. Dieser Auslandsdienst geht auf eine Initiative von Andreas Maislinger zurück.
Dr. Andreas Maislinger
Bild: Dr. Andreas Maislinger

Die Aufklärung der Öffentlichkeit über den Holocaust ist das Ziel des Österreichischen Gedenkdienstes. 1992 ist es Andreas Maislinger gelungen, seine Idee mit Unterstützung des damaligen Innenministers Dr. Franz Löschnak, des kürzlich verstorbenen Simon Wiesenthal und seines Doktorvaters Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka zu verwirklichen. Am 1. September 1992 konnte der Tiroler Georg Mayer als erster Gedenkdiener seinen Dienst im Museum Auschwitz-Birkenau antreten.

Der 1955 in St. Georgen bei Salzburg geborene Andreas Maislinger studierte an den Universitäten in Salzburg und Wien Rechts- und Politikwissenschaften sowie Osteuropäische Geschichte mit Studienaufenthalten unter anderem in Frankfurt am Main, Berlin und Innsbruck. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit den Problemen Österreichischer Verteidigungspolitik.

 

Von 1982 bis 1991 war Maislinger Assistent am Institut für Politikwissenschaft der LFU. Er ist Mitherausgeber des Handbuches zur Neueren Geschichte Tirols und profilierte sich unter anderem als Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft unabhängiger Friedensinitiativen Österreichs und der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft Tirol. Seit 1992 leitet Dr. Maislinger die Braunauer Zeitgeschichte-Tage. Für 2006 bereitet er in Bürmoos bei Salzburg das erste Ignaz-Glaser-Symposion zum Thema „Unterschiedliche Herkunft – gemeinsame Zukunft“ vor.

 

Für seine konsequenten und erfolgreichen Bemühungen wurde Dr. Maislinger 2005 mit der Verdienstmedaille des Landes Tirol und mit dem Silbernen Ehrenzeichen der Republik gewürdigt.