Kopf der Woche: Hubert Prachensky

Am vergangenen Samstag wurde Baurat Prof. Hubert Prachensky die Ehrenbürgerschaft der Universität Innsbruck verliehen. Gewürdigt wurde damit Leben und Werk eines der bedeutendsten Tiroler Architekten der Nachkriegszeit. Zahlreiche Universitätsgebäude wurden von Prachensky entworfen und realisiert.
Baurat Prof. Hubert Prachensky
Bild: Baurat Prof. Hubert Prachensky

Kaum ein anderer Architekt hat seit dem zweiten Weltkrieg in Tirol so viele Projekte realisiert und die Region damit maßgeblich geprägt wie Prachensky. Der Schüler von Clemens Holzmeister ist ein herausragender Vertreter der Generation des Wiederaufbaus und der florierenden olympischen Jahre der Stadt Innsbruck.

Prachensky stammt aus einer bekannten Architektenfamilie. Sein Vater Theodor war Oberbaumeister der Stadt. Sein Onkel Wilhelm Nicolaus, mit dem der junge Hubert Prachensky eine Arbeitsgemeinschaft bildete, war Grafiker, Maler und Architekt. Von ihm übernahm er auch 1956 das Atelier. Erst vor kurzem übergab Hubert Prachensky seine wertvolle Archivsammlung vom etwa 20 000 Plänen, Zeichnungen und Aquarellen dem Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck. „Wir haben jedoch die Ehrenbürgerschaft Hubert Prachensky’s ohne das Wissen um die bevorstehende Schenkung seiner Sammlungen beschlossen“, merkt Rektor Gantner an: „Es freut mich daher besonders, jenem Mann, der als Architekt das Stadtbild von Innsbruck wie kein anderer geprägt hat, einem Meisterschüler von Clemens Holzmeister, heute den Titel Ehrenbürger verleihen zu dürfen“, so Gantner anlässlich der Würdigung.

Zur Person:

Hubert Prachensky wurde 1916 in Innsbruck geboren. Nach der Matura 1934 absolvierte er zwei lang Jahre Praktika bei seinem Onkel Wilhelm Nicolaus Prachensky und Franz Baumann, dem Erbauer der Nordkettenbahn.

1936 begann er sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste bei Clemens Holzmeister in Wien. In den Jahren 1939 bis 1945 wurde Prachensky in den Kriegsdienst in Polen und am Balkan eingezogen. Sein Studium beendete er 1940. Nach dem Krieg arbeitete er gemeinsam mit seinem Onkel Wilhelm Nicolaus in Innsbruck. Als dieser 1956 stirbt, führt er das Atelier erfolgreich weiter. Zahlreiche Bauten in Innsbruck und Umgebung tragen seine Handschrift.