Kopf der Woche: Maria Iliescu

Frau Prof. Maria Iliescu darf seit kurzem den Titel Dr.h.c. multiplex tragen. Nach der Universität Timisoara hat ihr nun auch die Universität Bukarest die Ehrendoktorwürde verliehen. Die romanische Sprachwissenschaftlerin ist seit 1983 als Gast-, Vertrags - und Honorarprofessorin am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck tätig.
Prof. Maria Iliescu
Bild: Prof. Maria Iliescu

Prof. Iliescu spricht perfekt Französisch, Italienisch und Rumänisch sowie Latein und kennt sich auch in allen anderen romanischen Sprachen sehr gut aus. Sie betreut seit 1990 mit unerschöpflicher Energie dutzende DissertantInnen im Rahmen eines Erasmus-Sokrates-Austausches in Craiova, wo sie bis 1983 Ordinaria war.

 

Zur Person

In Wien in einer großbürgerlichen Familie geboren – ihr Vater hatte im Ersten Weltkrieg als Rittmeister an mehreren Fronten gekämpft – hat sie bereits in der Volksschule Französisch erlernt. Als der Zweite Weltkrieg begann, zog die Familie in die Bukowina, wo ein großer Teil des Familienvermögens war. Maria Iliescu besuchte das französische Lyzeum in Bukarest und studierte dann Klassische und Moderne Philologie, sowie auch Geschichte - wegen ihrer großbürgerlichen Abstammung und ihres römisch-katholischen Glaubens - mit erheblichen Schwierigkeiten.

 

Als Assistentin an der Philologischen Fakultät, von wo sie aus politischen Gründen entlassen wurde, und später als Mitarbeiterin am Linguistischen Institut der Rumänischen Akademie der Wissenschaften verdiente sie ihre Sporen in der Romanistik.

 

Einer der seltenen Phasen politischen Tauwetters verdankte sie es, dass sie 1972 ihre Dissertation verteidigen konnte und eine Professur für allgemeine und romanische Sprachwissenschaft an der Universität Craiova erhielt.

 

Damit fand die vielseitige und eigenwillige Forscherin, die mehrere hundert Publikationen zu allen Bereichen der romanischen Sprachwissenschaft aufzuweisen hat, zu ihrer eigentlichen Berufung: der universitären Lehre und der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dieser Berufung ist sie über alle Lebenskrisen hinweg treu geblieben, bei deren wohl schlimmster und folgenreichster sie es 1983 schaffte, nach großen Schwierigkeiten letztlich aus Rumänien auszureisen: Die politischen Zustände waren für sie untragbar geworden.

 

Auf Einladung von Prof. Guntram Plangg kam sie als Gastprofessorin an die Universität Innsbruck. Seither sind alle hier tätigen RomanistInnen ihre SchülerInnen. SchülerInnen im Sinne einer prägenden Präsenz und Vorbildwirkung: Nicht zufällig ist sie es, die in der AbsolventInnenbefragung am häufigsten erwähnt wird, nicht zufällig erhielt sie beim Festakt zur 100-Jahr-Feier des Instituts 2004 den lautesten und nachhaltigsten Applaus.

 

Neben etlichen anderen ehrenvollen Positionen ist Frau Prof. Maria Iliescu u.a. auch Vizepräsidentin der prestigeträchtigen „Société de linguistique romane“. Als solche ist es ihr gelungen, für das Jahr 2007 den weltweit größten Kongress ihres Faches, den „Congrès de linguistique et de philologie romanes“ an die Universität Innsbruck zu holen.

 

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