Kopf der Woche: Julia Kuhn

Univ.-Prof. Dr. Julia Kuhn ist Assistentin für französische und spanische Linguistik am Institut für Romanistik der Universität Innsbruck. Sie ist seit letzten November habilitiert.
julia_kuhn_170x130.jpg

In ihrer Habilitation mit dem Titel "Die paucale Quantifikation in der spanischen Nominalphrase mit vergleichenden Ausblicken auf die französische Nominalphrase" untersuchte Julia Kuhn die Determinanten, die eine geringe Menge ausdrücken, im Deutschen wären dies beispielsweise die Formen wenige, einzelne oder ein paar, und kontrastiert diese sowohl innersprachlich im Spanischen wie auch übereinzelsprachlich mit den französischen Entsprechungen. Sie verwendete dabei digitale Corpora, also Wörtersammlungen, die über 200 Millionen Einträge umfassen. Die computergestützte Analyse dieser enormen Datenmengen ermöglichte hier eine klare Differenzierung und Definition der in Frage stehenden Determinanten, die bislang weitgehend fehlten.

Julia Kuhn wurde in Innsbruck geboren und begann hier ihr Studium der Romanistik, Germanistik sowie der Übersetzer- und Dolmetscherausbildung Französisch und Spanisch mit dem Erweiterungsfach Italienisch an der Universität Innsbruck. Die promovierte ebenfalls in Innsbruck zur Doktorin der Philosophie und reichte schließlich im Juni letzten Jahres ihre Habilitationsschrift ein. Neben zahlreichen Studienaufenthalten in England und Rumänien sowie einem Praktikum in der Schweiz arbeitete Julia Kuhn auch als freie wissenschaftliche Mitarbeiterin der Europäischen Akademie in Bozen, Italien. Die junge Wissenschaftlerin spricht über neun Sprachen und publizierte ihre Dissertation, die sie im Rahmen eines Projekts des Schweizer Nationalfonds durchgeführt hat. Hier setzte sich Julia Kuhn mit dem onomastischen (namenkundlichen) Thema "Die romanischen Orts- und Flurnamen von Walenstadt und Quarten" auseinander. Während ihre neuere Publikationstätigkeit fachlich eher im Themenbereich ihrer Habilitation angesiedelt ist, nützt Julia Kuhn ihre onomastischen Kenntnisse auch für ihre Lehrtätigkeit an der Wirtschaftsuniversität in Wien, wo sie in diesem Semester ein Seminar zum Themenkreis der Produktonomastik mitveranstaltet. Julia Kuhn, die vor zwei Jahren den Theodor Körner Preis verliehen bekam, hat zahlreiche Monographien, Artikel und Rezensionen veröffentlicht, hält Vorträge bei Tagungen, auf Kongressen und Kolloquien und Gastvorträge an ausländischen Universitäten.

Nach oben scrollen