Kopf der Woche: Raoul Kneucker

Am Freitag, den 18. März 2005 hielt Hon. Prof. Dr. Raoul Kneucker im Kaiser Leopold-Saal der Katholisch-Theologischen Fakultät seine Antrittsvorlesung zum Thema „Gelingen Konvente? Der Europäische und Österreichische Konvent im Vergleich“. Im Bereich des interdisziplinären Schwerpunktes „Europa“ wird er in Innsbruck als Lehrender eingesetzt und möchte für höhersemestrige Studierende aktuelle Themen der europäischen Integration behandeln.
Hon. Prof. Dr. Raoul Kneucker
Bild: Hon. Prof. Dr. Raoul Kneucker

Die Spezialgebiete des Professors sind Menschenrechte, Verwaltungswissenschaft sowie Recht und Politik der europäischen Integration. Er hat für die Gebiete der Bildung, der Forschung und der Technologie alle Integrationsschritte seit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen 1989 persönlich mitgemacht, und vertritt Österreich seither in den Bereichen Forschung und Technologie in den Gremien der EU.

Die Bindung Hon. Prof. Dr. Raoul Kneuckers zur Universität Innsbruck reicht zurück bis in seine Tätigkeit als Generalsekretär der Rektorenkonferenz und des FWF. Die Ausbildung der Südtiroler LehrerInnen an der Universität Innsbruck - in Zusammenarbeit mit der Universität Padua - hat er legistisch betreut. Er hat geholfen, das Brenner Archiv und den zeitgeschichtlichen Schwerpunkt Österreich-Israel zu sichern. Die Zusammenarbeit mit Kanada geht auch auf seine Initiative zurück.
Letztlich waren es aber die Professoren Pelinka und Neisser, die ihn für Innsbruck und die Universität gewonnen haben.

Zur Person
Raoul Kneucker wurde am 13. Februar 1938 in Wien geboren. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. 1961 promovierte er an der Universität Graz zum Dr. iur. Als Fulbright-Stipendiat und als Stipendiat des „Wien Scholarship-Program“ absolvierte er das Studium der Politikwissenschaft an der Brandeis-University in Massachusetts/USA 1958/59. Im Salzburg-Seminar auf Schloss Leopoldskron studierte er 1962 US-Verwaltungsrecht. Nach dem Studium der Verwaltungswissenschaften an der Hochschule Speyer 1964 schloss er 1965 als Theodor-Körner-Preisträger einen Forschungsaufenthalt in Washington D.C. an.

Seine berufliche Karriere begann er 1962 im Gerichtsdienst in Graz und mit Referententätigkeiten für den Bezirk Graz-Umgebung. Von 1964 war er fünf Jahre lang als Universitätsassistent am Institut für Straf- und Verwaltungsrecht der Universität Wien tätig. Hon. Prof. Dr. Raoul Kneucker war zwei Mal als Generalsekretär beschäftigt. Von 1970 bis 1978 war er Generalsekretär der Rektorenkonferenz, danach bis 1989 Generalsekretär des Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Seit dieser Zeit hatte er verschiedene Funktionen in Bundesministerien inne, zuletzt als Sektionschef für Forschung und internationale Angelegenheiten.

Hon. Prof. Dr. Raoul Kneucker war an verschiedenen Universitäten und Akademien in Österreich als Lektor tätig. Als Berater, Konsulent und Evaluator arbeitet er für verschiedene Organisationen im In- und Ausland.