Kopf der Woche: Christian Mathes

Der gebürtige Innsbrucker Christian Mathes ist Geschäftsführer des Center for Academic Spin-off´s in Tirol (CAST), das Akademische Gründungszentrum für Tirol, dessen Aufgabe sich auf die Unterstützung von jungen ForscherInnen bei der Vermarktung ihrer Erfindungen bis hin zur Unternehmensgründung konzentriert. Auf universitärer Ebene half CAST zuletzt beim „5 Euro-Business“ 9 Studierenden-Teams der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, eine Geschäftsidee in die Praxis umzusetzen. Beim soeben zum fünften Mal gestarteten Businessplanwettbewerb „adventure X“, einem Wettbewerb für WissenschafterInnen, die sich für die wirtschaftliche Verwertung ihrer innovativen Forschungsergebnisse interessieren, ist CAST Mitveranstalter.
Christian Mathes
Bild: Christian Mathes

Die Aufgabe von CAST ist in erster Linie, ForscherInnen aus Tirol zu helfen, ihre Erfindungen zu vermarkten. „So schaffen wir Arbeitsplätze und neue Unternehmen aus Forschungseinrichtungen wie z.B. der Universität Innsbruck. Unsere Zielgruppe sind WissenschafterInnen aus allen Forschungseinrichtungen Tirols. Deshalb haben wir auch ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Arbeitsgebieten“; erklärt Christian Mathes die Aufgaben des Gründungszentrums. Die Stimulierung von Unternehmensgründungen aus der Akademia zählt zu den Hauptaufgaben von CAST, die dazugehörige Gründungsberatung steht kostenlos zur Verfügung. Neben der Beratung werden auch Infrastruktur wie Räumlichkeiten, PC-Arbeitsplätze sowie finanzielle Mittel, beispielsweise zur Erstellung von Prototypen, zur Verfügung gestellt.

Nach langjähriger Tätigkeit als Unternehmensberater für eine Venture Capital Gesellschaft in Berlin und München, entschied Christian Mathes, sich bei der Ausschreibung des „BM für Verkehr, Innovation und Technologie“ zu beteiligen. „Die Idee, ein Gründungszentrum der Universität Innsbruck in Tirol aufzubauen, gefiel mir sehr“; begründet Mathes seine Entscheidung, eine Herausforderung, die sich der Tiroler nicht entgehen lassen wollte.

Schon während seines Studiums erlebte Mathes in vielen Fächern, dass sich theoretische Modelle im Betrieb nicht umsetzen lassen. Und so ließ Mathes seine praktische Erfahrung, deren Aspekte ihm im Laufe seines Studiums gefehlt hatten, in seinen Seminaren mit einfließen. „Beim Studium geht es zwar nicht primär darum, Studierende für Unternehmen auszubilden, sondern Forschung zu vermitteln, dennoch hat mir der Praxisbezug häufig gefehlt“, meint Mathes. „Ich habe fast durchwegs ProfessorInnen erlebt, die den Diskurs nicht gelebt haben. Ich habe aber gelernt, dass der Diskurs das Elementare ist, um Lösungen für Probleme zu finden. Durch den Diskurs werden Ideen geboren.“

CAST bezeichnet Mathes als seinen größten Erfolg bisher. „Aus dem Wettbewerbsverfahren, an dem sich alle österreichischen Universitäten beteiligten, wurden drei Projekte ausgewählt und komplett finanziert, darunter war auch das CAST“, so Mathes stolz. Mit Hilfe von CAST wurden bereits 18 Unternehmen gegründet. Dazu zählen Neugründungen sowie bereits bestehende junge akademische Spin-off´s, die mit Hilfe von CAST neu positioniert werden konnten. Derzeit betreut CAST insgesamt 28 Verwertungsprojekte.

Seine Ziele
Bis zum 1.7.2007 soll sich CAST zu einem nicht wegzudenkenden Bestandteil des Unilebens und der Tiroler Wirtschaft entwickelt haben. „In der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft soll CAST ein Baustein sein, der die Zukunft Tirols effektiv mitgestaltet“, betont Mathes. Gerade in einer Zeit, in der die Wirtschaft zunehmend in Billigländern produziert, sieht er eine Chance für Tirol, durch Unternehmen im Hochtechnologiebereich Arbeitsplätze zu schaffen, um so eine positive Zukunft zu forcieren. „Diese gesellschaftliche Verantwortung der Universität in Form von CAST möchte ich auf jeden Fall ausschöpfen und wahrnehmen.“

Zur Person
Christian Rudolf Mathes wurde am 3.1.1966 in Innsbruck geboren und studierte an unserer Alma Mater Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Personalwirtschaft, Unternehmensführung und Marketing, das er im Jahr 1992 abschloss. Sieben Jahre war Mathes zunächst als SB-Vertriebsleiter für Tirol (Kronenzeitung/Mediaprint) tätig. Von 1990 – 1991 war er Unternehmensberater in den neuen Bundesländern. Zu seinen Aufgaben zählten unter anderem Restrukturierung, Sanierung und Unternehmensverkäufe. Bis 1996 war Mathes dann Mitbegründer und Berater der Trend Tourismusforschung GmbH in Innsbruck. Der Aufgabenbereich umfasste hier die Unternehmensberatung für Kommunen (Leitbilderstellung), einen Aufbau des Tourismusindex für die Österreichische Termin- und Optionenbörse (ÖTOB) sowie die Erstellung von Marketingkonzepten und Durchführung von Marktforschungen für Tourismusbetriebe. 1996 half der Geschäftsführer von CAST dann beim Aufbau der Marketing- und Vertriebsabteilung eines Tiroler Textilunternehmens und unterstützte mit seinem Know-How das Gesamtkonzept einer Sanierung. 2000 geht Mathes schließlich als Berater der Innovations & Venture–Partners GmbH nach Berlin bzw. München, bis er dann am 1.7.2002 als Geschäftsführer von CAST bestellt wurde.