Kopf der Woche: Eric Veulliet

Dr. Eric Veulliet ist der Geschäftsführer des im Oktober 2002 gegründeten Zentrums alpS. In Folge der Lawinenkatastrophe von Galtür 1999 wurde dieses „Kplus-Zentrum“ für Naturgefahren Management in Innsbruck gegründet. Die wesentlichen Aufgaben dieser Plattform bestehen in erster Linie darin, einen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung des alpinen Lebens- und Wirtschaftsraums zu leisten. In diesen Tagen hat alpS seine zweijährige Aufbauphase abgeschlossen und bietet aus diesem Anlass einer breiten Öffentlichkeit Einblick in die Aktivitäten von alpS.
Eric Veulliet
Bild: Eric Veulliet

Seit jeher beeinflussen Naturgefahren wie Muren, Hangrutschungen, Überschwemmungen, Felsstürze/Steinschlag oder auch Lawinen das Leben im Alpenraum maßgeblich. Die zunehmende Ausdehnung des Siedlungsraums sowie der erhöhte Flächenbedarf durch Wirtschaft und Verkehr führen zu einer Verschärfung der Naturgefahrensituation, insbesondere vor dem Hintergrund möglicher klimatischer Veränderungen. Zur Entwicklung neuer Strategien, Technologien und Systeme zum verbesserten Umgang mit Naturgefahren sowie zur Abschätzung des aktuellen und zukünftigen Gefährdungspotenzials wurde das alpS – Zentrum für Naturgefahren Management gegründet.

Im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsplans werden in enger Zusammenarbeit mit Ämtern und Behörden, wissenschaftlichen Institutionen sowie Wirtschaftspartnern aktuelle Fragen im Umgang mit Naturgefahren auf transdisziplinäre Weise durch ein internationales 50-köpfiges Forschungsteam bearbeitet, das seit über 2 Jahren unter der Leitung von Dr. Veulliet steht.

Gefördert wird alpS über das Kplus-Programm der österreichischen Bundesregierung. Das Kplus-Programm hat zum Ziel, die Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in Österreich zu verbessern und dadurch exzellente Forschung und Entwicklung in international wettbewerbsfähiger Dimension zu fördern. Hierbei sollen langfristige Kooperationsbeziehungen zwischen öffentlicher und privater Forschung auf hohem Niveau aufgebaut werden. Im Falle des Kplus-Zentrums alpS wird darüber hinaus auch die öffentliche Verwaltung auf Landes- und Bundesebene (Dienststellen, Behörden, Ämter, Ministerien,…) in die Forschungsprojekte einbezogen, da in nahezu allen Projekten öffentliches Interesse berührt wird.

Die Aufgabenbereiche von alpS
alpS hat die Aufgabe, eine Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft im Naturgefahren-Management zu institutionalisieren. Weitere Schwerpunkte von alpS ist die Bündelung und Nutzung multidisziplinärer, privater und öffentlicher Ressourcen, die Formulierung von Anforderungen der Wirtschaft an die Forschung, die Entwicklung von Standards und Normen, die Evaluierung der Forschungsergebnisse, die Umsetzung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis sowie die Koordination von Forschungs- und Entwicklungsmitteln und entsprechender Kompetenzen.

In den multidisziplinär organisierten Projektgruppen im Zentrum alpS werden Methoden und Strategien für die nachhaltige Sicherung alpiner Lebensräume erarbeitet sowie innovative, vermarktbare Produkte entwickelt. Hierbei werden neben zahlreichen ingenieurwissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen auch die Sozial-, Rechts-, und Wirtschaftswissenschaften mit einbezogen.

„Im dritten Geschäftsjahr von alpS sind bereits fast 50 Mitarbeiter am Zentrum als Festangestellte tätig. Hinzu kommt über zwei Dutzend beauftragte externe Fachleute assoziierter Forschungseinrichtungen, wie 14 Institute der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck“, zieht Dr. Veulliet Bilanz.
alps bietet, neben der Einbringung von Fördermitteln aus dem Kplus-Programm (bis zu 60% des Projektbudgets), all seinen Partnern einen Zugang zu einem gut ausgebauten Partner-und Informationsnetzwerk an. Durch die intensiven und konsequenten Bemühungen des alpS - Teams gelang es, über 30 Unternehmen und Forschungseinrichtungen als Partner zu gewinnen“, erklärt Veulliet, „darüber hinaus führte die politische Unterstützung, vor allem im Land Tirol, zu einer regen Beteiligung der Landesämter, die wiederum eine Reduzierung bürokratischer Hürden erlaubt hat.“ Derzeit werden ca. 20 Projekte mit einem Gesamtvolumen von über 8.000.000 € am Zentrum bearbeitet.

Zur Person
Der am 30. Mai 1963 in Karlsruhe geborene Eric Veulliet studierte zunächst Geologie an der Bayerischen Julius-Maximilian-Universtität in Würzburg am Institut für Geologie. Seine Promotion (Dr. rer. nat.) erfolgte am Lehrstuhl für Angewandte Geologie (AGK) der Technischen Universität Karlsruhe, im Fachbereich Hydrogeologie. In Karlsruhe war Veulliet drei Jahre als wissenschaftlicher Angestellter tätig. In den darauf folgenden Jahren ist Dr. Veulliet als Projektleiter, Gutachter, Prokurist, Aufsichtsrat und Bereichsleiter in mehreren Unternehmen tätig. Im Jahr 2001 übernimmt Veulliet die Geschäftsführung der „Hansa Luftbild“ Geoinformationssysteme GmbH und der ICF GmbH (Informationstechnologie) in Münster, beides Gesellschaften innerhalb des Hansa Luftbild Konzerns bis er schließlich im Oktober 2002 als Kaufmännischer und wissenschaftlicher Geschäftsführer von alpS bestellt wird und nach Tirol mitsamt seiner Familie (3 Kinder) umsiedelt.