Kopf der Woche: Anna Gamper

Mit nur 28 Jahren hat sich Anna Gamper an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck habilitiert. Zusammen mit ihrer Kollegin Magdalena Pöschl (derzeit an der Uni Salzburg tätig) ist sie die erste weibliche Habilitierte in der Geschichte dieser Fakultät. Gampers Forschungsschwerpunkte liegen sowohl im österreichischen Verfassungsrecht als auch in der rechtsvergleichenden Föderalismus- und Regionalismusforschung.
Anna Gamper
Bild: Anna Gamper

Anna Gampers Forschungstätigkeit ist breit gefächert und liegt sowohl im österreichischen Verfassungsrecht (Staatsorganisationsrecht, Verfassungsprinzipien, Demokratie, Finanzverfassung, Selbstverwaltung) als auch in der rechtsvergleichenden Föderalismus- und Regionalismusforschung. Auch ihre Habilitationsschrift über "Die Regionen mit Gesetzgebungshoheit in Europa" ist bereits publiziert.

Derzeit arbeitet Gamper unter anderem an verschiedenen internationalen Projekten wie "Legislative and Executive Governance in Federal Countries" (in Zusammenarbeit mit dem "Forum of Federations") und "Second Chambers“ (in Zusammenarbeit mit dem "Centro Studi sul Federalismo"). Als österreichische Vizevertreterin in der "Group of Independent Experts" des Kongresses der regionalen und lokalen Gebietskörperschaften Europas (Europarat) ist die engagierte Juristin überdies ständige Berichterstatterin über die Entwicklung der lokalen Selbstverwaltung in Österreich.

„Die Anstrengungen für meine beruflichen Ziele waren groß, ich musste jahrelang auf nahezu sämtliche Freizeit verzichten, aber es hat sich gelohnt. Auch nach der Habilitation hat sich an der Arbeitsbelastung wenig verändert, allerdings motivieren die Arbeit und der bisherige Erfolg doch sehr“, resümiert Gamper.

Die Wissenschaftlerin ist auch Mitglied angesehener internationaler Vereinigungen wie der „International Association of Constitutional Law“ oder der „Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer“. Überdies ist sie Gründungsmitglied der neu gegründeten „Euroregionalen Vereinigung für vergleichendes öffentliches Recht und Europarecht“. Diese Vereinigung, deren Inauguralkonferenz im Jänner stattfinden wird, umfasst – ganz im Sinne des Italien-Schwerpunkts der Universität Innsbruck – ein Netzwerk von Forschern der Universitäten Innsbruck, Trient und Verona sowie der Europäischen Akademie Bozen.

Zur Person
Die 1975 geborene Juristin begann nach ihrer 1993 mit Auszeichnung abgelegten Matura, an der Universität Innsbruck Rechtswissenschaften zu studieren. 1997 folgte Sponsion, 1999 dann Promotion zum „Doctor iuris“ mit Auszeichnung. Neben einer Tätigkeit am Innsbrucker Institut für Föderalismus begann Gamper 1998, als Vertragsassistentin am Institut für öffentliches Recht, Finanzrecht und Politikwissenschaft zu arbeiten. 1999 wurde sie Universitätsassistentin am selbigen Institut. Vor einem Jahr reichte Gamper dann schließlich ihre Habilitationsschrift mit dem Titel „Die Gesetzgebungshoheit der Regionen. Eine rechtsvergleichende Untersuchung zu Föderalismus und Regionalismus in Europa“ ein, wofür ihr im April dieses Jahres die Lehrbefugnis für das Fach „Öffentliches Recht einschließlich Allgemeiner Staatslehre und öffentlich-rechtlicher Rechtsvergleichung“ verliehen wurde. Vor zwei Jahren erhielt Anna Gamper auch den Dr. Otto Seibert-Wissenschafts-Förderungs-Preis der Leopold-Franzens-Universität 2002.