Kopf der Woche: Dieter Theiner

Dieter Theiner ist seit Februar 2002 Doktorand am Institut für Wasserbau. Gegenwärtig liegt der thematische Schwerpunkt seiner Forschungsaktivitäten im Bereich der Niederschlag- Abfluss-Modellierung. Mit Hilfe von Computermodellen werden hierbei Hochwasserwellen in Wildbächen und Flussläufen infolge von meteorologischen Ereignissen wie Regen oder Schneefall simuliert. Neben dem Nachwuchsforschungsförderungspreis der Leopold-Franzens-Universität, den Theiner heuer erhielt, wird der Wissenschaftler auch durch das Doktorandenprogramm (DOC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften unterstützt.
Dieter Theiner
Bild: Dieter Theiner

Das Gebiet der Niederschlag- Abfluss-Modellierung ist sehr komplex: Vegetation, Geologie, anthropogene Einwirkungen und vergangene Niederschlagsereignisse müssen in Betracht gezogen werden. Zum Teil stehen nur sehr wenige Messwerte zur Verfügung.

Für die Niederschlag- Abfluss-Modellierung untersucht Theiner nun die Eignung von Künstlichen Neuronalen Netzen. Diesen Programmen liegen keine problemspezifischen physikalischen Gesetze zugrunde, sondern es handelt sich dabei um Algorithmen, die imstande sind, Beziehungen zwischen Eingabe- und Ausgabewerten selbstständig zu erlernen. Dieter Theiner hält diese Programme für ingenieurhydrologische Betrachtungen für sehr hilfreich. "Die Algorithmen erlauben zwar keine Einsicht in die hydrologischen Prozesse, die sich bei einem Regen- oder Schneeschmelzereignis abspielen. Aber sie können speziell auf ein Gebiet angepasst werden und dessen hydrologische Besonderheiten erlernen, und liefern in sehr kurzer Rechenzeit brauchbare Ergebnisse", argumentiert der Wissenschaftler.

Das Thema ist in zweierlei Hinsicht interessant: Zum einen können Niederschlag- Abfluss- Modelle Vorhersagen möglich machen, mit deren Hilfe Hochwasserwarnungen erstellt werden können. Für Betreiber von Wasserkraftanlagen stellen diese Modelle wichtige Informationen für den Anlagenbetrieb zur Verfügung, da sie die Bewirtschaftung von Stauanlagen vereinfachen.

Neben seiner Dissertation arbeitet Dieter Theiner an mehreren Forschungsprojekten mit, zum Beispiel das Projekt FLOODRISK des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, in welchem die Ursachen für das Hochwasser 2002 näher untersucht wurden. Weiters arbeitet Theiner an der Erstellung eines operativen Abflussvorhersagemodells für die Stauanlagen der Südtiroler Etschwerke mit.
Eines seiner persönlichen Ziele liegt darin, auch die Umsetzbarkeit von Forschung in die Wirtschaft zu unterstreichen.

Vor kurzem konnte der engagierte Wissenschaftler gemeinsam mit zwei anderen Doktoranden, Georg Premstaller und Markus Zößmayr, auch einen Erfolg verzeichnen: ihnen gelang es, beim Businessplanwettbewerb "Adventure X" mit einem Forschungsprojekt in die Endausscheidung zu gelangen.

Zur Person
Der 1978 in Meran, Südtirol, geborene Dieter Theiner begann nach Abschluss des Realgymnasiums "Albert Einstein" in Meran 1996 Bauingenieurwesen an der TU München zu studieren. Ein Jahr später setzte Theiner sein Studium an der Universität Innsbruck fort, das er im Jahr 2002 schließlich abschloss. Derzeit arbeitet Theiner an verschiedenen universitären Forschungsprojekten.