Kopf der Woche: Stephan Gruber

Mag. Stephan Gruber ist derzeit Dissertant und Forschungsmitarbeiter am Institut für Wirtschaftstheorie der Fakultät für Volkswirtschaft und Statistik der LFU Innsbruck und untersucht im Rahmen eines Forschungsprojektes des Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank zusammen mit Univ. Prof. Dr. Michael Pfaffermayr die Entwicklung internationaler Wechselkurse und Handelsströme. Im Rahmen der 32. Volkswirtschaftlichen Tagung der Österreichischen Nationalbank wurde er für seine Diplomarbeit "Purchasing Power Parities: The Evidence from International (ICP) Price Data" mit dem Franz Weninger Stipendium 2004 der Österreichischen Nationalbank ausgezeichnet.
Stephan Gruber
Bild: Stephan Gruber

Die Österreichische Nationalbank zeichnet mit dem Stipendium jährlich zwei hervorragende Diplomarbeiten und Dissertationen auf dem Gebiet der Geldtheorie und Geldpolitik aus.

Die Kaufkraftparitätstheorie
Mag. Gruber unternimmt in seiner Arbeit eine empirische Überprüfung der so genannten "Kaufkraftparitätstheorie" auf der Basis umfangreicher statistischer Daten der OECD. Die Kaufkraftparitätstheorie bildet das Herzstück vieler grundlegender Modelle der internationalen Wirtschaftstheorie und besagt, dass ein Warenkorb international gehandelter Güter nach Umrechnung in eine bestimmte Währung zum offiziellen Wechselkurs in allen Ländern gleich viel kosten sollte.

Die nationalen Preise international gehandelter Güter implizieren in diesem Sinne einen gleichgewichtigen Wechselkurs, zu dem beide Länder über die gleiche internationale "Kaufkraft" verfügen. Die Theorie erwartet, dass sich der tatsächliche Wechselkurs eines Landes zumindest mittel- bis langfristig seiner gesamtwirtschaftlichen "Kaufkraftparität" annähert.

Gruber zeigt in seiner Analyse, dass bei internationalen Preisen von rund 200 Gütergruppen für insgesamt 24 OECD Staaten Abweichungen von der Kaufkraftparität sehr dauerhaft sein können, und Wechselkurse nur eine geringe Tendenz aufweisen, sich im Zeitverlauf dem Gleichgewichtswert anzunähern.

"Mikrostruktur der Devisenmärkte"
Im Mittelpunkt seines Projektes stehen einerseits ökonometrische Analysen der Erklärbarkeit von Handelsströmen durch internationale Preisunterschiede, sowie andererseits die Untersuchung der so genannten "Mikrostruktur der Devisenmärkte", d.h. der Marktstruktur, der Dynamik und des Händlerverhaltens auf den internationalen Devisenmärkten, sowohl in empirischer Hinsicht, als auch mittels modelltheoretischer Simulationen und Experimente.

Zur Person
Nach Abschluss des Bundesrealgymnasiums in Kufstein begann der 1972 in Kufstein geborene Tiroler 1990 an der Leopold-Franzens-Universität Volkswirtschaftslehre sowie Politikwissenschaft und Philosophie zu studieren. Vor zwei Jahren stellte Gruber seine Diplomarbeit fertig und trat heuer als Forschungsassistent an der Fakultät für Volkswirtschaftslehre und Statistik in den Dienst unserer Alma Mater ein.