Kopf der Woche: Klaus Bister

Letzte Woche wurde das neu gegründete Centrum für Molekulare Biowissenschaften (CMBI) eröffnet. Univ.-Prof. Dr. Klaus Bister ist zum Leiter dieser Einrichtung der Leopold-Franzens-Universität ernannt worden, die sich aus insgesamt 15 Arbeitsgruppen aus den Fakultäten für Biologie, für Chemie und Pharmazie, sowie für Mathematik, Informatik und Physik zusammensetzt und die Aufgabe hat, biologische Prozesse auf molekularer Ebene aufzuschlüsseln.
Klaus Bister
Bild: Klaus Bister

Leiter des neuen Centrums für molekulare Biowissenschaften
Mit der Vereinigung verschiedener Forschungsbereiche, wie zum Beispiel der Strahlenphysik oder der Zell- und Wirkstoffforschung und mit der Zusammenarbeit zahlreicher renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler will Bister mit dem neu gegründeten Centrum in erster Linie im weltweiten Wettbewerb bestehen und sich als Partner für nationale sowie internationale Forschungsinstitutionen wie München oder Wien positionieren. Auch sei eine enge Kooperation mit der Medizinischen Universität sowie mit ähnlichen Instituten im In- und Ausland geplant. Wichtig sei hierbei die Schwerpunktsetzung auf molekularer Ebene, um die Forschung zu fokussieren und um über ein klares Profil zu verfügen, das international noch besser wahrgenommen werden soll.

Forschungsschwerpunkte
In seinen Forschungsarbeiten konzentriert sich Bister mit seiner Arbeitsgruppe vor allem auf die Aufklärung der molekularen Mechanismen der zellulären Wachstumskontrolle und auf die Identifizierung und Charakterisierung von Komponenten zellulärer Signalübertragungswege. Im Besonderen wird die Rolle von Onkogenen (Krebsgenen) und Tumorsuppressorgenen sowohl beim normalen Zellwachstum als auch bei der Tumorentstehung untersucht. Experimentelle Ansätze umfassen die strukturelle und funktionelle Analyse von Onkogenen und ihren Proteinprodukten, insbesondere von nukleären Proteinen wie Myc oder Jun, die Transkriptionsfaktoren darstellen und direkt an der Kontrolle der Genexpression beteiligt sind. Ein weiteres wichtiges langfristiges Forschungsziel der Arbeitsgruppe ist die Identifizierung von molekularen Komponenten und Mechanismen, die in der Signalübertragungskette von DNA-bindenden Onkoproteinen direkt beeinflusst werden, insbesondere die Definition von Target Genen, die normales Wachstum steuern, aber auch an der Tumorentstehung beteiligt sind.

Veröffentlichungen und Publikationen
In über 100 Publikationen präsentierte der Wissenschaftler bereits seine Forschungsergebnisse, die von der Entdeckung des myc Onkogens und seines Protein-Produktes (Myc), der Entdeckung der erb, fps, myb, ets und mil Onkogene und ihrer Protein-Produkte, Beiträge zur Aufklärung von Struktur und Funktion des Myc Proteins bis hin zur Identifizierung von differentiell exprimierten Genen (Target Genen) in Tumorzellen reichen, in hochrangigen internationalen Wissenschaftsjournalen erschienen sind und darüber hinaus über 3.000 mal zitiert wurden.

Zur Person
Klaus Bister wurde 1946 in Krefeld, Nordrhein-Westfalen, geboren. Nach seinem Chemie-Studium promovierte er im Jahr 1973 an der Universität Köln. Es folgten langjährige Forschungsaufenthalte an verschiedenen Universitäten in den Vereinigten Staaten (University of Southern California, Los Angeles und University of California, Berkeley). 1982 wird er für sechs Jahre Leiter einer selbständigen Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin. 1983 erfolgt seine Habilitation an der Technischen Universität Berlin und im Jahr 1988 geht Bister als Universitätsprofessor für Biochemie an die Universität Köln. Seit 1994 ist Klaus Bister nun als ordentlicher Universitätsprofessor für Biochemie und als Vorstand des Instituts für Biochemie an unserer Alma Mater tätig.