Kopf der Woche: Bernhard Hippler

Ein seltenes Jubiläum feierte der Innsbrucker Universitätspfarrer Anfang Juni: 25 Jahre Seelsorger der Universität Innsbruck. Während seine Amtsvorgänger meist nur kurze Zeit tätig waren, hat er in diesen 50 Semestern ganze Studentengenerationen religiös begleitet und geprägt.
Bernhard Hippler
Bild: Bernhard Hippler

Ende des Sommersemesters 1979 ernannte der damalige Bischof Dr. Paulus Rusch den 31-jährigen Religionsprofessor MMag. Bernhard Hippler zum neuen Hochschulseelsorger der Universität Innsbruck. Als zehnter Hochschulseelsorger seit dem Ende des zweiten Weltkrieges und der Errichtung der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) im Jahr 1945 übernahm er ein nicht unproblematisches Erbe: erst 1973 hatte die Österreichische Bischofkonferenz die Innsbrucker Hochschulgemeinde und die Katholische Hochschuljugend aufgelöst. Allein zwischen 1970 und 1972 gab es in Innsbruck vier verschiedene Seelsorger. Der neu ernannte Seelsorger musste nun in einem mühsamen Prozess den Neubeginn versuchen.

Erste Schritte
Die Ersten Schritte waren 1979 die Einführung der sonntäglichen "Universitätsmesse" und einer wöchentlichen Frühmesse für Studenten. Außerdem musste das ehemalige, seit 1973 vermietete Zentrum der KHG in der Josef-Hirn-Strasse, schrittweise wieder in die Aufgaben der Hochschulseelsorge zurück gewonnen werden.
1980 erreichte Hippler die Errichtung einer für alle katholischen Studenten und Universitätsangehörigen zuständigen selbstständigen "Universitätspfarre". Dies war zunächst nicht mehr als ein bischöfliches Dekret, ein neuer Begriff, für dessen kirchenrechtliche Ausgestaltung, räumliche und finanzielle Ausstattung sowie inhaltliche Akzeptanz unter den Studenten und Universitätsangehörigen der Pfarrer noch jahrelang kämpfen musste.

Innsbruck bekommt neue Uni-Kirche
Im Jahr 1984 schließlich konnte Bischof Dr. Reinhold Stecher im 3. Stock des Gemeindezentrums in der Josef-Hirn-Strasse die Universitätskapelle St. Clemens einweihen. 1993 erhielt die neue Pfarre schließlich auch eine eigene Kirche, die dem Hl. Johannes Nepomuk geweihte "Neue Universitätskirche" am Innrain. Parallel zu den äußeren Aufbauarbeiten musste die inhaltliche Arbeit der Hochschulseelsorge neu konzipiert werden: jährliche Vortragsreihen zu aktuellen Themen, kulturelle Veranstaltungen, soziale Aktivitäten, die Entwicklung eines eigenständigen gottesdienstlichen und religiösen Lebens der neuen Pfarre, die Bildung eines eigenen "Pfarrbewusstseins" an der Universität und vieles mehr.

Neue Räumlichkeiten
1995 drohten an der Universitätspfarre neue Probleme: Ministerium und Universität wollten das Gebäude Josef-Hirn-Strasse, in dem bis dahin neben der Uni-Pfarre und der Österreichischen Hochschülerschaft auch ein Studentenheim untergebracht war, vollständig umfunktionieren. Msgr. Hippler setzte sich für den Verbleib der Universitätspfarre ein und man zog letztendlich lediglich zwei Stockwerke höher.

Curriculum Vitae
Der 1947 geborene Bernhard Hippler begann nach Abschluss des humanistischen Gymnasiums sein Studium der Philologie, Theologie, Psychologie und Geschichte an den Universitäten Innsbruck und München. Schon während der Studienzeit wirkte er als Kooperator in den Innsbrucker Pfarren Wilten-West und Mariahilf, gleichzeitig übernahm er schon im Sommer 1972 die Aufgabe eines nebenamtlichen Studentenseelsorgers im Innsbrucker Cartellverband der Katholischen Studentenverbindungen. Nach Abschluss des Studiums und einer zusätzlich abgelegten Lehramtsprüfung übernahm er 1975 die Stelle eines Religionsprofessors am Ursulinengymnasium. 1978 betraute ihn Bischof Rusch darüber hinaus mit der Seelsorge für die Studierenden Laientheologen der Diözese Innsbruck, die er bis 1984 wahrnahm. Nachdem er 1979 zum Hochschulseelsorger der Universität Innsbruck ernannt wurde, gelang es ihm, praktisch sämtliche auf Hochschulboden existierenden, bis dahin eher in Konkurrenz oder sogar Distanz zueinander stehenden katholischen Gruppierungen, Verbände und Vereinigungen zur Mitarbeit zu motivieren und in einer Universitätspfarre zu integrieren. In der Folge fand dieses Modell der Hochschulpastoral als so genanntes "Innsbrucker Modell" österreichweit und darüber hinaus im ganzen deutschen Sprachraum Beachtung und Anerkennung.
Neben der Hochschulseelsorge wirkte und wirkt Msgr. Hippler auch in mehreren diözesanen Gremien: als Mitglied des Priesterrates, des Pastoralrates, als Vertreter Tirols in der ArGe der österreichischen Priesterräte, als Delegierter beim Innsbrucker Diözesanforum. Das Wirken von Msgr. Hippler wurde auch mit zahlreichen Ehrungen gewürdigt: 1982 ernannte ihn Bischof Stecher zum "Geistlichen Rat", 1989 folgte die Ernennung zum "Monsignore" durch den Papst Johannes Paul II und die Universität Innsbruck dankte dem Seelsorger seine Dienste durch die Verleihung der Würde eines "Ehrenbürgers der Universität".