Kopf der Woche: Irene J. Virgolini

Vergangenen Herbst wurde Prof. Dr. Irene Virgolini zur Professorin für Nuklearmedizin an der Universität Innsbruck berufen. Anfang Februar trat die engagierte Wissenschaftlerin, die bis dahin in Karenz war, ihren Dienst an und wird sich zunächst vor allem dem Aufbau der Universitätsklinik für Nuklearmedizin widmen.
Prof. Irene Johanna Virgolini
Bild: Prof. Irene Johanna Virgolini

Die Forschungsinteressen der 1962 in Klagenfurt geborenen Irene Virgolini gelten vor allem der onkologischen Radioisotopentherapie, insbesondere der Entwicklung und Etablierung von neuen experimentellen nuklearmedizinischen Therapieformen in der Klinik. Prof. Virgolini hat neben ihrer Tätigkeit als Oberärztin im "In vivo"-Bereich an der Univ.-Klinik für Nuklearmedizin im Wiener AKH in den letzten Jahren mehrere nuklearmedizinische Spezialuntersuchungen eingeführt und diese in breiter Anwendung an der Wiener Universitätsklinik etabliert.

Prof. Virgolini studierte zunächst Medizin an der Universität Wien, wo sie 1987 auch promovierte. Die Habilitation erfolgte ebenfalls an der Wiener Universität: 1992 im Fach Experimentelle Nuklearmedizin und drei Jahre später im Fach für Innere Medizin. Zudem erlangte sie die Facharztbefugnis für Innere Medizin und den Zusatzfacharzt für Nuklearmedizin. Ihre berufliche Karriere startete sie als Assistenzärztin an der ehemaligen II. Medizinischen Universitätsklinik sowie an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin des AKH in Wien, wo Virgolini auch eine Arbeitsgruppe mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der experimentellen onkologischen Nuklearmedizin aufbaute. Im Jahr 2000 wurde Virgolini zur ärztlichen Vorständin des Instituts für Nuklearmedizin am Krankenhaus Lainz der Stadt Wien ernannt.

Während ihrer Tätigkeit an der Wiener Univ.-Klinik galt Virgolinis Hauptinteresse der onkologischen Radioisotopentherapie ("Targeted Radionuclide Therapy"), insbesondere der Entwicklung und Etablierung von neuen experimentellen nuklearmedizinischen Therapieformen (z.B. 90Y-DOTA-Lanreotide bzw. Analoga-Therapie bei therapierefraktären Tumorpatienten, 90Y-HMCF1-Antikörper-Therapie bei Ovarkarzinompatientinnen) in der Klinik. Für die entwickelten Radiopharmaka in diesem experimentellen klinischen Bereich wurden zudem Patente erworben. Zahlreiche Einladungen zu Gastvorträgen sowie vielfältige Preiszuwendungen an die Arbeitsgruppe der jungen Ärztin bestätigen den international hohen Stellenwert dieser nuklearmedizinischen Neuentwicklungen.