Kopf der Woche: Michaela Kress

Seit Anfang des Wintersemesters lehrt Prof. Dr. Michaela Kress als Professorin für Medizinische Physiologie an der Universität Innsbruck. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt in der Schmerzforschung. Sie leitete mehrere Jahre eine eigene Forschungsgruppe am Institut für Physiologie und Experimentelle Pathophysiologie an der Universität Erlangen.
Prof. Dr. Michaela Kress
Bild: Prof. Dr. Michaela Kress

Das Entwickeln von neuen Strategien gegen chronische Schmerzen ist einer der Forschungsschwerpunkte der 1963 in Gunzenhausen/Deutschland geborenen Michaela Kress. Nach ihrer Schulausbildung studierte Kress Medizin an den Universitäten Erlangen und Galway in Irland und promovierte 1993 "summa cum laude" zur Doktorin der Medizin. Ein Jahr später ging sie für Forschungsarbeiten nach Bristol. 1996 wurde sie Hochschulassistentin am Institut für Physiologie und Experimentelle Pathophysiologie der Universität Erlangen und zwei Jahr später habilitierte sie sich für das Fach "Physiologie". Darüber hinaus war sie seit 2000 Oberassistentin an der Uni Erlangen, wo sie auch eine eigene Forschungsgruppe leitete. Diese Arbeitsgruppe untersuchte mit einem interdisziplinären Ansatz die Funktion, Regulation und Struktur von Ionenkanälen und Membranrezeptoren sensorischer Neurone. Vorrangiges Ziel war die Erforschung neuroimmunologischer Interaktionen.

Dem Schmerz auf der Spur

Spezialisierte sensorische Neurone haben die Aufgabe, das Warnsignal "Schmerz" auszulösen und durch die Aktivierung einer entsprechenden Schutzreaktion den menschlichen Organismus vor Schäden zu bewahren. Bei Neuropathien, Tumoren und Entzündungen kann es zu dramatischen Empfindlichkeitssteigerungen dieser Rezeptoren kommen. Dann wird zum Beispiel bereits bei normaler Umgebungstemperatur Schmerz empfunden. Wissen über die Mechanismen dieser Veränderungen der Rezeptoren trägt entscheidend zum Verständnis der Entstehung von Entzündungsschmerz und der vermehrten Empfindlichkeit bei. Die Identifizierung von Schlüsselmolekülen, die zu Veränderungen des peripheren Nervensystems führen, ist die Voraussetzung für die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien bei chronischen Schmerzen.