Gastkommentar Ao.Univ.-Prof. Georg Mayr

Georg Mayr vom Institut für Institut für Meteorologie und Geophysik zum Sturm „Kyrill“.
Ao.Univ.-Prof. Georg Mayr
Bild: Ao.Univ.-Prof. Georg Mayr

Ein Doppelsturm fegte über Europa: einen entfachte die Natur, den anderen die Medien in ihrer Berichterstattung darüber. Die Schäden sind groß, halten sich aber in Grenzen, nicht zuletzt wegen einer frühzeitigen Warnung vor dem Sturm.

 

Als jemand, der in der Wettervorhersage lehrt und forscht, ist ein Ereignis wie "Kyrill" ein eindrucksvolles Beispiel, um wie viel besser die meteorologischen Vorhersagemodelle geworden sind. Schon seit knapp einer Woche wurde konsistent gut vorausgesagt, wie stark und wo der Sturm wehen wird. Bei den Weihnachtsstürmen 1999, deren bekanntester "Lothar" war, war die Vorwarnzeit viel kürzer bzw. wurde der Sturm zum Teil zu schwach und in den falschen Regionen vorausgesagt.

 

Starke Stürme wie "Kyrill" sind selten genug, dass sie aus dem Kurzzeitgedächtnis der Meisten verschwunden sind, bevor ein neuer daherbraust. Eigentlich muss man aber nicht weit zurückblättern um ähnliche Kaliber zu finden: Im Jahr 2002 gleich zwei Ereignisse mit dem Sturmtief Jeanette und dem November-Föhnsturm; im Jahr 1999 die Weihnachtsstürme. Grund genug, längerfristige Vorkehrungen zu treffen, um zukünftige Schäden z.B. durch Schwachstellen in Gebäudekonstruktionen und Baumwurf im bewohnten Bereich und entlang von Verkehrsadern geringer zu halten.