Ehrenkreuz an Bernhard Kräutler verliehen

In Vertretung des Bundespräsidenten verlieh Rektor Tilmann Märk am 28. November 2015 Bernhard Kräutler das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse für seine herausragende wissenschaftliche Arbeit. Kräutler, geboren 1946 in Dornbirn, ist für sein jahrzehntelanges prägendes Wirken auf dem Gebiet der organischen Chemie international bekannt. Er leistete wesentliche Beiträge zur Erforschung der molekularen Grundlagen des Lebens. Seine Hauptforschungsgebiete sind die Entdeckung, Analyse und Biogenese tetrapyrrolischer Naturstoffe, sowie der gezielte Entwurf und die Synthese bioinspirierter künstlicher Verbindungen. Unter letzteren befindet sich ein funktionsfähiges Antivitamin B12 mit dessen Hilfe sich Vitamin-B12-Mangel im tierischen Stoffwechselsystem erzeugen lässt, was für die Erforschung des Einflusses von B12 auf Erkrankungen des Nervensystems bedeutend ist. Er trug auch Vieles zum Verständnis des Chlorophyllabbaus in Planzen bei, ein Phänomen, das sich jedem im prächtigen Farbenspiel der Herbstverfärbung offenbart. Für die Planzen selbst stellt dieser Prozess die Rückholung wichtiger Nährstoffe, wie Stickstoff und Mineralien aus ihren Blättern dar, aber auch die „Entgiftung“ phototoxisch Substanzen. Das wissenschaftliche Werk von Prof. Kräutler ist in über 240 häufig vielzitierten naturwissenschaftlichen Publikationen dokumentiert, und wurde von ihm in einer größeren Zahl von eingeladenen Vorträgen vorgestellt. Kräutler ist Inhaber von zahlreicher Ehrungen und Auszeichnungen, darunter Silber-Medaille der ETH Zürich (1977), Werner Preis der Schweizerische Chemische Gesellschaft (1987), Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2001), Joseph Loschmidt-Medaille der Gesellschaft Österreichischer Chemiker (2005), Mitglied der deutschen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina (2006), und Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2009).