Katholisch-Theologische Fakultät

Zu den gesellschaftlich besonders drängenden Herausforderungen unserer Zeit zählt der wachsende religiöse und kulturelle Pluralismus. Die Katholisch-Theologische Fakultät stellt sich verstärkt dieser Herausforderung und will die heute notwendig gewordenen gesellschaftlichen Transformationen aktiv mitgestalten.
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„Gerade als Theologische Fakultät haben wir die religionspolitische Aufgabe, an einer Gesellschaft mitzubauen, die abseits von allen konstantinischen Staatskirchenmodellen im Bereich der Zivilgesellschaft Religionen einen öffentlichen Raum ermöglicht“, sagt Prof. Wolfgang Palaver, seit März Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät. „Wir leben in einer Welt, die immer stärker vom kulturellen und religiösen Pluralismus geprägt ist. Ich wünsche mir eine Theologische Fakultät, die die heute notwendig gewordenen Transformationsprozesse aktiv mitgestaltet. Das bedeutet natürlich auch, dass wir uns selbst noch stärker mit den verschiedenen Religionen und Kulturen auseinandersetzen müssen.“ Deshalb hat sich die Fakultät zum Beispiel auch an der Einrichtung des neuen Studiums für Islamische Religionspädagogik maßgeblich beteiligt.

Drei Forschungszentren

Die Theologische Fakultät hat drei Forschungszentren eingerichtet, mit deren thematischer Ausrichtung sie auf den religionspolitischen Wandel reagiert und zentrale Probleme der Gegenwart mit dem traditionellen philosophisch-theologischen Fragenkatalog und Fächerkanon verbindet. Die Forschungszentren „Religion - Gewalt - Kommunikation -Weltordnung“, „Christliches Menschenbild und Naturalismus“ und „Synagoge und Kirchen“ gründen zum Teil schon auf einer längeren Forschungstradition an der Fakultät und verstehen sich als Teil der Forschungsaktivitäten an der Universität. Dies zeigt sich insbesondere am Forschungszentrum „Religion - Gewalt - Kommunikation -Weltordnung“ das ganz wesentlich am Aufbau des neuen universitären Forschungsschwerpunkts „Kulturelle Begegnungen - Kulturelle Konflikte“ beteiligt ist. Über diese Forschungszentren hinaus gibt es eine Reihe von exzellenten langfristigen Forschungsprojekten an den einzelnen Instituten.
Die Fakultät bietet eine breite Palette von Studienprogrammen in Philosophie, Religionspädagogik und Fachtheologie sowie Lehramtsstudium mit rund 700 belegten Studien pro Studienjahr. Die postgraduale Ausbildung ist stark international orientiert, kommen doch rund zwei Drittel der rund 140 Doktorandinnen und Doktoranden aus dem Ausland.

Glaubwürdigkeit der Kirche

„Zu den Stärken der Fakultät zählen sicherlich die Internationalität und die gut vernetzten Forschungszentren und -projekte“, sagt Dekan Palaver. „Diese beiden Stärken sollen auch in Zukunft bewusst gefördert und vor allem im Blick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen ausgebaut werden.“ Wolfgang Palaver will sich aber auch aktiv an den notwendigen Veränderungsprozessen in der Kirche beteiligen: „Nicht als Kritiker um der Kritik willen, sondern in einem positiven Ringen ‚für’ die Kirche“, so der Dekan in den Worten des 2012 verstorbenen Kardinals Carlo Maria Martini. In der Person von Papst Franziskus verspürt er hier Rückenwind, wenn es um die Stärkung der Glaubwürdigkeit der Kirche geht.
Nachdenken will die Fakultät auch über die konkrete Ausgestaltung ihrer engen Verbindung mit dem Jesuitenorden. Denn während früher große Teile der Professorenschaft dem Jesuitenorden angehörten, ist dies heute nicht mehr so und muss sich daher stärker in konkreten inhaltlichen Positionen ausdrücken.
Zur bewussten Pflege der Öffnung der Fakultät nach außen gehört auch das bewährte Projekt „Kunst im Gang“, das über die gegenwärtige Kunst versucht, an der Fakultät mit interessierten Menschen ins Gespräch zu kommen.