Politik – Religion – Kunst

Mit einer konstituierenden Sitzung Ende April hat die neue Forschungsplattform „Politik - Religion – Kunst“ an der Universität Innsbruck ihre Arbeit aufgenommen.
Ende April fand die konstituierende Sitzung der neuen Forschungsplattform statt.
Bild: Ende April fand die konstituierende Sitzung der neuen Forschungsplattform statt.

Seit Feber 2009 wurde an einer neuen Kohärenz der über Jahre schon bewährten Zusammenarbeit in mehreren Klausuren gearbeitet. Die frühere Plattform „Weltordnung – Religion – Gewalt“ und der frühere Schwerpunkt „Politische Kommunikation und die Macht der Kunst“ sowie das theologische Forschungszentrum „Religion-Gewalt-Kommunikation-Weltordnung“ (RGKW) bilden derzeit das Herzstück der neuen Plattform. Mit der offiziellen Bestätigung durch das Rektorat Anfang April konnte die Arbeit auch offiziell nun richtig beginnen: 6 Fakultäten, 18 Institute und mehr als 100 ForscherInnen haben sich im April neu auf den Weg gemacht, um in einer konstituierenden Sitzung die notwendige Koordinationsstelle zu besetzen.

Auf der moderierten, eineinhalbtägigen Tagung präsentierten die einzelnen Cluster (derzeit 10) den Stand ihrer Arbeit, ihre Strategien für die nächste Zukunft und die möglichen Beiträge für die gemeinsame Forschung, die sich auch in gemeinsamer Lehre auswirken wird. Den neuen Doktoratsstudien soll dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Ein Gastvortrag von Prof. Schmidt (Münster) über die Kontingenzen in der Kommunikation stellte sich als inspirativer Anstoß von außen heraus. Das Forschungsprofil der Plattform weist derzeit folgende Kontur auf: Mit besonderer Aufmerksamkeit werden Konflikte in der öffentlichen Kommunikation unter die Lupe genommen. „Dabei gehen wir davon aus, dass menschliche Gruppen und Gemeinschaften – in ihren verschiedenen Institutionalisierungsformen – brüchig, fragil und konfliktträchtig sind. Öffentliche Kommunikation stellt also immer auch ein Wagnis dar und ist immer von Scheitern bedroht“, erklärt einer der neu gewählten stellvertretenden Sprecher der Plattform, Prof. Roman Siebenrock. Deshalb soll vor allem die Art der Kommunikation an den Bruchstellen der sozialen Ordnung mit folgenden Fragerichtungen untersucht werden: Wer (Akteurinnen und Akteure), Wie („Sprachen“ in weitestem Sinne), Wo (Räume), Was („Inhalte“). Dabei spielen die Faktoren „Politik – Religion – Kunst“ immer zusammen und müssen daher immer wieder neu bestimmt werden. „Bereits jetzt zeigt es sich, dass die besondere Herausforderung unserer Plattform darin liegen wird, die unterschiedlichen und höchst profilierten Positionen, Methoden und Sichtweisen miteinander spannungsreich und fruchtbar zu vernetzen. Dabei sollen methodisch vor allem die Synergien von historischen, empirischen und systematischen Methoden ausgelotet und genützt werden“, so Siebenrock. „Interdisziplinär zu forschen und zu lehren, ist immer eine große Herausforderung in unseren Wissenschaften. Aber gerade in dieser Herausforderung liegt die Absicht, die neue Plattform in spannungsreicher Vernetzung zu entwickeln“, ist sich das Leitungsteam der Plattform bestehend aus der Sprecherin, Prof. Brigitte Mazohl, und den stellvertretenden Sprechern Prof. Johann Holzner und Prof. Roman Siebenrock, einig.

Als erstes Themenfeld soll am 29. Oktober dieses Jahres in einem gemeinsamen Forschungstag eine erste Annäherung an das breite Themenfeld „Gewalt / Frieden“ aus den Kompetenzen der einzelnen Cluster gewagt werden. Ob es gelingt in den Friktionspunkten die alle bewegenden Fragen nach den heute notwendigen und unausweichlichen Transformationen auch im Sinne einer humanen Weiterentwicklung unserer Gesellschaft herauszuarbeiten, ist eine Hoffnung, die am Ende der ersten Klausur die TeilnehmerInnen mit Spannung erfüllte.

 

Links: