Forschung für ein friedliches Miteinander

Das fächer- und fakultätsübergreifende Forschungszentrum Religion–Gewalt–Kommunikation–Weltordnung untersucht die Bedeutung der biblischen Offenbarung und die kirchliche Praxis im Hinblick auf die Problematik von Religion, Kommunikation und Gewalt. Zentraler Ort der Forschungen ist die Kirche und ihr Dialog mit anderen Religionen in einer pluralistischen und konfliktiven Gesellschaft.
Eine kulturelle Wandlung in Richtung friedvoller Beziehungen ist das Forschungsziel des Zentrums.
Bild: Eine kulturelle Wandlung in Richtung friedvoller Beziehungen ist das Forschungsziel des Zentrums.

„Die Intention hinter unserer Forschungsarbeit ist es, auf eine kulturelle Wandlung in Richtung friedvoller Beziehungen hinzuarbeiten“, erklärt Prof. Roman Siebenrock vom Institut für Systematische Theologie, der das Forschungszentrum koordiniert.

 

Um dieses definierte Ziel zu erreichen, vereint das Forschungszentrum Ansätze aus den Bereichen der kommunikativen und der dramatischen Theologie. „Für die dramatische Theologie ist die Kategorie vom Handeln Gottes zentraler Inhalt“, erklärt Siebenrock. „Die Kommunikative Theologie versteht sich dagegen als Theologie im Prozess. Sie konzentriert sich auf die systematische Reflexion theologischer Kommunikationsprozesse“, so der Koordinator. Neben den Instituten für Systematischen Theologie, Praktische Theologie, Bibelwissenschaften und Historische Theologie sowie Christliche Philosophie der Katholisch-Theologischen Fakultät sind auch WissenschaftlerInnen vom Institut für Politikwissenschaft, vom Institut für Geschichte und Ethnologie sowie der Kunstwissenschaft an der Arbeit im Forschungszentrum beteiligt.

 

Drei Ebenen

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums versuchen ihr Ziel – eine kulturelle Wandlung in Richtung eines friedlichen Miteinanders – auf drei Ebenen zu erreichen.  Neben der Grundlagenforschung, die auch die Spannung der beiden im Forschungszentrum vereinten Ansätze  beleuchtet, wollen die WissenschaftlerInnen diese Forschung interfakultär verknüpfen, um das Anliegen in einem breiteren wissenschaftlichen Umfeld zu prüfen und zu verankern. Auf einer dritten Ebene steht die Verknüpfung von Theologie und Kirche einerseits und die Einheit von Theorie und Praxis andererseits. Hier stehen der Universitätslehrgang Kommunikative Theologie, verschiedene Kurse oder die Aktivitäten im Friedensforum Telfs/Stams im Zentrum.

 

Erfahrungen teilen

2008 veranstaltete das Forschungszentrum beispielsweise den Kongress „heilig – tabu“ in Telfs, der nicht nur die Erfahrungen verschiedener Kontinente miteinander verband, sondern auch intensiv biographische Erfahrungen und situative Problemstellungen in der Marktgemeinde Telfs aufarbeitete. „Dieser Kongress verpflichtet die Forschungsgruppe zu einem alternativen Miteinander, vor allem mit den muslimischen Gruppen, die den Weg in intensiver Weise mitgegangen sind“, erklärt Roman Siebenrock. Dieser Weg geht weiter; - auch in Form eines Friedensgebets im Feber 2010, bei dem auch die christlichen Gemeinden von Telfs sich engagierten.

 

Eine weitere Veranstaltung, die vom Forschungszentrum organisiert wurde, war zugleich das 3. Friedensforum Telfs/Stams 2009. Mit dem Kongress „Martyrium als religiös-politische Herausforderung“ wollten die WissenschaflterInnen  im Gedenkjahr 2009 dem religionspolitischen Erbe des Jahres 1809 nachgehen. Dieses Thema wurde im Kontext der aktuellen Herausforderung der Renaissance der Religion im öffentlichen Bereich analysiert und für die Fort- und Weiterbildungen von LehrerInnen vermittelt. „Unser Ziel war es, die interessierte Öffentlichkeit –  zumal die Diözese Innsbruck ausdrücklich mit dieser Veranstaltung kooperierte –  zur Besinnung über dieses Erbe sowie über die Aufgabe der Glaubensgemeinschaften in unserem Land einzuladen“, so Siebenrock.

 

Das Forschungszentrum ist mit seinen beiden Forschungsgruppen seit 2010 in der neuen Forschungsplattform „Politik – Religion – Kunst“ engagiert.

(sr)

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