Geschichte des Bergbaus in Mitteleuropa

Tirol und seine Nachbarländer zählten einst zu den bedeutendsten Bergbauregionen Europas. Der Forschungsschwerpunkt HiMAT, der auch als Spezialforschungsbereich vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF gefördert wird, untersucht aus der Perspektive verschiedener Disziplinen die Geschichte des Bergbaus und dessen ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen.
Auf den Spuren des historischen Bergbaus in den Alpen
Bild: Auf den Spuren des historischen Bergbaus in den Alpen

Der Gebirgsraum von Tirol, Südtirol, Salzburg und Vorarlberg zählte über Jahrtausende zu den wichtigsten Bergbauregionen Europas. Bereits während der Bronzezeit erreichte hier der Abbau von Kupfererzen einen Höhepunkt. Dabei entwickelten sich überregional bedeutende Zentren der Produktion mit frühindustriellem Charakter. Im Späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit war insbesondere die Region Schwaz im Unterinntal ein europaweit führendes Montanrevier, das auch als die „Mutter aller Bergwerke“ bezeichnet wurde. Der Bergbau galt in dieser Zeit vor allem den Silber- und Kupfererzen.

 

Internationale Zusammenarbeit

Die Einführung der Metallurgie in das prähistorische Europa führte zu wesentlichen Veränderungen kultureller und ökologischer Natur, die bis heute nachwirken. Die Geschichte des Bergbaus und seine Auswirkungen untersuchen im Rahmen des Forschungsschwerpunkts HiMAT Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von fünf Fakultäten der Universität Innsbruck: Biologie, Bauingenieurwissenschaften, Geo- und Atmosphärenwissenschaften, der Philosophisch-Historische Fakultät und der Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät. Die Archäologen, Ingenieure, Biologen, Historiker, Sprachwissenschaftler, Mineralogen, Ethnologen und Geographen sind in dem seit 2007 laufenden Spezialforschungsbereich des FWF auch mit Forscherinnen und Forschern aus zahlreichen weiteren Einrichtungen im In- und Ausland verbunden. Diese interdisziplinäre und internationale Kooperation macht die Besonderheit dieses Forschungsschwerpunkts aus. „Nur im Verbund dieser verschiedenen Disziplinen können wir übergreifende Fragestellungen klären, deren Beantwortung die Erkenntnisse einer Disziplin allein nicht ermöglichen würde“, sagt Dr. Mario Prast vom Koordinationsbüro des Sonderforschungsbereichs.

 

Austausch der Disziplinen

Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei die Veränderungen von Gesellschaft, Kultur und Landschaft im Zusammenhang mit Bergbauaktivitäten im mittleren Alpenraum, die Analyse der Ursachen, die hinter diesen Veränderungen stehen, sowie die Evaluierung der Wechselwirkungen zwischen Bergbau, Landnutzung, Primärproduktion und Konsum auf der einen, und Gesellschaftsstruktur, Wirtschaft und Technologie auf der anderen Seite. Das Verbundprojekt fördert darüber hinaus den Austausch zwischen den Disziplinen mit ihren jeweiligen Forschungsansätzen, Methoden und Begrifflichkeiten und leistet einen Beitrag zur Förderung der Erhaltung von Kulturlandschaften und -denkmäler, um sie als kulturelles Erbe für die Zukunft zu bewahren.

 

Mit November versammeln sich in Innsbruck Expertinnen und Experten aus aller Welt, um ihre Erfahrungen und Kenntnisse über die Geschichte des Montanwesens in Europa auszutauschen.

(cf)

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