Auf der Suche nach innovativen Materialien

Moderne Materialien bilden einen wesentlichen Grundstein der technologischen Entwicklung. Forschungsgruppen aus Chemie, Physik, Mineralogie, Pharmazie und Bauingenieurwissenschaften haben sich an der Uni Innsbruck zusammengeschlossen, um die Kompetenzen im Bereich der Materialwissenschaften zu bündeln und so Design, Synthese und Analyse von hochentwickelten Materialien voranzutreiben.
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Bild: Moderne Materialien bilden einen wesentlichen Grundstein der technologischen Entwicklung.

Vor rund fünf Jahren haben die Forscherinnen und Forscher der damaligen Naturwissenschaftlichen Fakultät damit begonnen, die Kompetenzen auf dem Gebiet der Materialwissenschaften stärker zu bündeln. Am Anfang stand eine gemeinsame Informationsbroschüre, in der die einzelnen Arbeitsgebiete vorgestellt und das gemeinsame Potential dargestellt wurden. Inzwischen hat sich der Austausch intensiviert, und es entstanden neue Kooperationen über die Fachgrenzen hinaus. Als gemeinsames Angebot wird es ab Herbst ein Masterstudium „Material- und Nanowissenschaften“ geben, das in besonderem Maß interdisziplinär gestaltet sein wird. Es richtet sich an Absolventinnen und Absolventen der Bachelorstudien Chemie, Pharmazie, Physik, Geo- und Atmosphärenwissenschaften sowie Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Neben den chemischen, physikalischen und mineralogischen Grundlagen werden die Studierenden umfangreiche Erfahrung im Labor sammeln und darüber hinaus konkrete Beispiele aus der Praxis kennenlernen. Ein Antrag für ein entsprechendes Doktoratskolleg ist bereits in der Begutachtung.

 

Visionen als Grundlage für Innovation

„Unser Forschungsschwerpunkt umfasst alle Bereiche von der angewandten Industrieforschung bis zur reinen Grundlagenforschung auf höchstem Niveau“, sagt Koordinator Prof. Erminald Bertel vom Institut für Physikalische Chemie. „Mit dem vermehrten Informationsaustausch und der verbesserten Vernetzung der Arbeitsgruppen untereinander wächst die Fähigkeit und die Bereitschaft, Probleme mit interdisziplinären Ansätzen zu bearbeiten.“ Besondere Stärken des Forschungsbereichs liegen in der Hochdruck- und Hochtemperatursynthese und der Charakterisierung von Materialien. Diese Technologien erlauben die Produktion von neuen Materialien mit maßgeschneiderten optischen, elektronischen und mechanischen Eigenschaften. Mit Hochdruck- und Hochtemperaturverfahren lassen sich aber auch die geomechanischen und geochemischen Verhältnisse im Inneren des Erdmantels simulieren. Das Verhalten von Clustern auf Oberflächen oder in Gasen wird von den Forschern des Schwerpunkts genauso untersucht wie Phasenübergänge und die damit verbundenen Polymorphismen. Aus all diesen Forschungsarbeiten entspringt eine reiche Palette an möglichen Anwendungen in der Elektronik und Sensorik, der Energietechnik, der Katalyse, verbesserten temperaturfesten Werkstoffen, optimierten Textilfasern und Pharmazeutika. Der enge Kontakt mit industriellen Partnern ist deshalb für viele Forschungsgruppen eine Selbstverständlichkeit.

 

Dynamischer und erfolgreicher Schwerpunkt

Auf welch hohem Niveau die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsschwerpunkts arbeiten, zeigt etwa die Auszeichnung von Prof. Thomas Lörting mit den höchsten Nachwuchspreisen in Österreich (START-Preis) und Europa (ERC-Starting-Grant) für seine Forschungen zu tief unterkühltem Wasser. Der Forschungsschwerpunkt sei in einer Art Aufbruchsphase und habe durch mehrere qualifizierte Neuberufungen an Fahrt gewonnen, sagt Koordinator Bertel. „Die Stimmung unter den beteiligten Forschern ist sehr gut“, freut er sich.

 

 

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(cf)

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