Bildungsmanagement: Differenzen bilden zwischen System und Umwelt

„BildungsmanagerIn ist ein Beruf mit Zukunft.“ So formulierte es Bernd Schmid 1993. Warum hat sich daran bis heute kaum etwas geändert?
Bildungsmanagement: Differenzen bilden zwischen System und Umwelt
Bild: Bildungsmanagement: Differenzen bilden zwischen System und Umwelt

Gesellschaftlich bleiben die Zuschreibungen an die Veränderungspotenziale des Lernens stabil. Damit korrespondiert auch die individuelle Bedeutungszuschreibung an Weiterbildung: 9 von 10 europäischen Bürgern halten lebenslanges Lernen für wichtig. Zudem wird die Sinnhaftigkeit des Lernens immer häufiger aus einer Systemperspektive begründet. Lernen dient damit nicht mehr nur der Selbstverwirklichung, sondern wird zu einem bedeutungsvollen Mechanismus zur Regulierung der Zugehörigkeit zu bestimmten Systemen. Daraus ergibt sich der für diese Veröffentlichung zentrale doppelte Bezug des Bildungsmanagements: subjektbezogen geht es um die Bildung des Subjektes, systembezogen um das Management von funktionsdeterminierten Lernprozessen.

Parallel dazu findet eine Professionalisierung von Bildungsträgern und –anbietern statt. Diese differenzieren Bildungsmanagement als professionelle und eigenständige Aufgabe aus. Da dieser Prozess „bei laufendem Betrieb“ erfolgt und auch (z.B. konjunkturabhängigen) Schwankungen unterworfen ist, ist Bildungsmanagement heute immer noch ein „Beruf mit Zukunft“. Dieses Buch trägt zur Professionalisierung dadurch bei, dass es Beiträge zu ganz konkreten Handlungsfeldern von BildungsmanagerInnen umfasst: z.B. Führung und Entwicklung, Sponsoring und Finanzierung, Projektmanagement und Produktentwicklung, Qualitätssicherung und Evaluation.

Konzeptionell erscheint es wichtig, sich der Differenzen des Bildungsmanagements anzunehmen: geht es doch auf der Bildungsseite um Wissen und Nichtwissen, auf der Managementseite um Zahlung und Nichtzahlung. Hier um Aneignung oder Ablehnung von Wissen, um Sinn und Bedeutung, dort um zweckbestimmtes Handeln. Hier um Selbststeuerung, dort um steuernde Einflussnahme in autonome Systeme.

Diesen Differenzen ist dieses Buch gewidmet. Sie können füreinander sowohl Zumutung als auch Bereicherung sein. Grund genug, sie zu thematisieren und als – noch weitgehend unverbrauchte – Ressource für Begriffsbildung und Professionalisierungsentwicklung zu nutzen. Differenzen bilden!

 

Aus dem Inhalt:

„Differenzen bilden: Bildungsmanagement heute“ – „Orientierungen und Werte von BildungsmanagerInnen: Thesen und Positionen zu einem „unmöglichen Beruf““ – „Führung, Steuerung und Entwicklung von Bildungs-Organisationen“ – „Fundraising und Sponsoring für Bildungsorganisationen“ – „Marketing für BildungsmanagerInnen“ – „Qualität im Bildungsmanagement“ – sowie drei Fallstudien.

 

Brigitte Gütl

Dr. rer.soc.oec., Wirtschaftspädagogin, selbstständige Organisationsberaterin, Trainerin und Coach im Profit und NPO-Bereich mit den Arbeitsschwerpunkten Führung, Entwicklung, Teams und Lernen. Gesellschafterin der AG SoVal Beratung.

 

Frank Michael Orthey

PD Dr. phil. habil., Diplom Pädagoge, Trainer und Berater in beruflich-betrieblichen Lernprozessen, Gesellschafter der AG SoVal Beratung, Autor, Privatdozent für berufliche Bildung an der Universität Bielefeld.

 

Stephan Laske

Professor für Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik an der Leopold-Franzens Universität Innsbruck mit den Arbeitsschwerpunkten Hochschulmanagement, Führung und Personalentwicklung.