„Es war einmal“

Märchen gehören zu den populärsten literarischen Gattungen. Prof. Stefan Neuhaus diskutiert im Buch „Märchen“ die übliche Aufteilung in Volks- und Kunstmärchen und skizziert die Versuche volkskundlicher, sozialgeschichtlicher, strukturaler, tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Interpreten, um die Gattung näher zu charakterisieren.
Buchcover Märchen
Bild: Buchcover Märchen

Auf der stofflichen Grundlage antiker und mittelalterlicher Literatur bildete sich eine vielfältige Tradition, die am Anfang des 19. Jahrhunderts mit den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm stark normiert wurde. Auf oben genannter Grundlage wird ein eigener Ansatz entwickelt, der stärker als bisher die gemeinsamen Merkmale von Märchentexten herausarbeitet und das spezifisch Literarische der Gattung betont. Die Entwicklung des Märchens wird in 38 Einzelkapiteln zu Märchenautoren und ihren Texten nachgezeichnet: Chronologisch reicht das Spektrum von den Erzählungen aus den Tausendundein Nächten (ca. 8.-10. Jhd.) bis zu Cornelia Funkes Tintenherz (2003). Dabei zeigt sich, insbesondere seit Beginn des 20. Jahrhunderts, die große Nähe des Märchens zur fantastischen Literatur und zur Kinder- und Jugendliteratur, die in der Märchenforschung bisher keine Rolle gespielt hat.

Stefan Neuhaus, geboren 1965 in Wimbern/Westfalen studierte von 1986 bis 1991 Germanistik, Journalistik/­Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft in Bamberg und Leeds (GB). Im Jahr 1994 war er Pressesprecher der Stadt Bamberg. 2001 habilitierte er sich im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft. Von1996 bis 2001 war Neuhaus als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft der Otto-Friedrich-Universität Bamberg tätig. Im Jahr 2002/03 übernahm er eine Gastprofessur in Innsbruck und im Jahr danach war er Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Oldenburg. Seit 1.10.2004 ist er als Univ.-Prof. am Institut für deutsche Sprache, Literatur und Literaturkritik der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte sind Literaturkritik / Literatur und Journalismus, Literaturtheorie, Literaturgeschichte - insbesondere des 19. Jahrhunderts, Gegenwartsliteratur und Film.

 

 

Neuhaus ist Mitglied der Erich-Kästner-Gesellschaft, der Theodor-Fontane-Gesellschaft, der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft und der German Studies Association of America. Außerdem ist er Schriftführer der Ernst-Toller-Gesellschaft.