Im herrlichen Glanze Roms - die Bilderwelt der Römersteine in Österreich

Im herrlichen Glanze Roms - die Bilderwelt der Römersteine in Österreich
Bild: Im herrlichen Glanze Roms - die Bilderwelt der Römersteine in Österreich

Herausgegeben von Elisabeth Walde



„Es wäre ein gewichtiger Fehler, als Lebender ein großes Haus zu führen und sich nicht darum zu kümmern, unter welchen Bedingungen wir viel länger wohnen müssen“, meint der reiche Emporkömmling Trimalchio und wünscht sich deshalb ein Grab, das ihn selbst, In Amtskleidung auf dem Richterstuhl sitzend mit fünf goldenen Ringen zeigt, wie er gerade Gold an das arme Volk austeilt. Darstellungen seiner Frau, seiner Dienerschaft, seiner Lieblingstiere und seiner Segelflotte dürfen auch nicht fehlen. Der Grabbezirk wird riesengroß geplant, sogar Obstbäume und Weinstöcke soll es dort gegeben haben und Wächter, die darauf achteten, dass niemand beim Grab seine Notdurft verrichtet.
Repräsentative Gräber zu errichten, gehörte zur vornehmsten Pflicht angesehener römischer Familien. Sie standen links und rechts der großen Ausfallstraßen. Je näher an den Stadttoren umso vornehmer.
500 Jahre Römerzeit in Österreich haben auch hier einen riesigen Schatz antiker Reliefsteine hinterlassen, die fast durchwegs von prachtvollen Grabbauten stammen. In den realistischen Portraitsteinen zeigt sich die vornehme und wohlhabende Gesellschaft dieser Zeit, ihre Dienerschaft, die Zeichen ihrer Ämter und Würden. Die reiche Bilderwelt der griechischen Sagen spendet Trost und Hoffnung für die trauernd Hinterbliebenen.
Blühende Pflanzen dienen als Symbole für Leben. Greife und Löwen bewachen die Gräber und die Toten.

Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit dem Sinngehalt und der Symbolik dieser Römersteine und führt in ausführlichen Beschreibungen und 394 Abbildungen zu einem neuen und tiefen Verständnis dieser faszinierenden und versunkenen Welt, die zu neuem Leben erwacht.

Das Buch wurde am Freitag, den 22. April im Landesmuseum Ferdinandeum der Öffentlichkeit vorgestellt. Vizerektor Märk hob, als Vertreter der Universität, die Bedeutung dieses Buches hervor und betonte die Wichtigkeit eines Zusammenwirkens von Lehre und Forschung. „Das vorliegende Buch ist durch jahrelange, intensive und teilweise gewiss sehr mühvolle Auseinandersetzung mit dem Thema, durch genaue Recherchen, internationale Kolloquien und in Zusammenarbeit mit anderen ForscherInnen und vor allem auch mit StudentInnen entstanden“, sagte er. „Dass es im Ferdiandeum präsentiert wird, zeigt, dass die Universität an einer stärkeren Öffnung nach außen interessiert ist“, dankte Vizerektor Märk dem Museumsdirektor HR Dr. Gerd Amann für die Möglichkeit, das Buch in diesem Rahmen zu präsentieren.

Im herrlichen Glanze Roms - die Bilderwelt der Römersteine in Österreich
hg. von Elisabeth Walde
ISBN 3-200-00285-9
216 Seiten, 394 Abbildungen in Farbe
erhältlich am Institut für Klassische und Provinzialrömische Archäologie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck um € 25