"Fische aus sensiblen Ökosystemen als Bioindikatoren von globalen Klimaveränderungen"

Mitte April ist in der Reihe "Veröffentlichungen der Universität Innsbruck" (VUI 245) der Forschungsbericht des österreichisch-kanadischen Arktisforschungsprojektes "High-Arctic" erschienen. Das von Projektkoordinator Dr. Günter Köck in Zusammenarbeit mit 12 Co-Autoren herausgegebene Buch mit dem Titel "Fische aus sensiblen Ökosystemen als Bioindikatoren von globalen Klimaveränderungen" fasst die Ergebnisse aus 7 Jahren Forschung in der kanadischen Arktis zusammen und beinhaltet auch Hintergrundinformationen über Global Change und das Leben der einheimischen Inuit-Bevölkerung.
High Arctic
Bild: High Arctic

Das Buch enthält neben einem Vorwort des früheren kanadischen Botschafters in Österreich Zusammenfassungen in Englisch und der Inuit-Sprache Inuktitut. Die in der Arktis gewonnenen Ergebnisse sind auch für die heimischen Hochgebirgsregionen von hoher Relevanz. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes konnte weltweit zum ersten Mal gezeigt werden, dass sich eine Klimaerwärmung in der Arktis deutlich negativ auf die Physiologie von Fischen aus arktischen Seen auswirkt, und Seesaiblingspopulationen, die in dieser arktischen Zone bereits unter normalen Bedingungen "am Limit" leben, durch Änderungen der Umweltbedingungen gefährdet sind. Die Untersuchungen leisten einen wichtigen Beitrag zur Einschätzung der Auswirkungen von globalen Klimaveränderungen auf empfindliche Gewässerökosysteme der Arktis und unserer Alpen. Darüber hinaus liefern die Untersuchungen wichtige Daten zur Risikoabschätzung einer potentiellen Schadstoffbelastung der einheimischen Inuit-Bevölkerung über die Nahrungskette.

Als Zoologe und langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Zoologie und Limnologie der Universität Innsbruck hat Dr. Köck eine Vielzahl von fischbiologischen und ökotoxikologischen Forschungsprojekten bearbeitet. Schwerpunkte seiner Forschungstätigkeit sind „Die Einflüsse von Schadstoffen und Klimaveränderungen auf Fische und aquatische Evertebraten“ sowie "Biomonitoring-Studien" in aquatischen Ökosystemen. Praktisch alle von ihm in den letzten Jahren koordinierten Projekte wurden in Kooperation mit kanadischen Forschungseinrichtungen (z.B. Environment Canada, Canadian Forest Service) durchgeführt. Seit 1997 ist er auch Projektkoordinator des Arktisforschungsprojektes "High-Arctic - Fische aus sensiblen Ökosystemen als Bioindikatoren von globalen Klimaveränderungen". "High-Arctic" wird in Zusammenarbeit mit Wissenschaftern von mehreren österreichischen und kanadischen Forschungseinrichtungen durchgeführt und untersucht die Einflüsse von Klimaveränderungen auf Fische (Seesaiblinge Salvelinus alpinus) aus mittlerweile mehr als 20 Seen in der kanadischen Arktis. In den letzten sieben Jahren hat sich "High-Arctic" von einem kleinen Forschungsauftrag des Wissenschaftsministeriums zu einem sehr umfangreichen Kooperationsprojekt mit zahlreichen unterschiedlichen Forschungsansätzen entwickelt und ist mittlerweile die umfangreichste Untersuchung zum Thema „Einflüsse verschiedener Umweltparameter auf die Schadstoff- und Stressbelastung von Fischen", die bisher in der kanadischen Arktis durchgeführt wurde.

Das Buch kann zu Preis von Euro 16,-- beim Büro für Öffentlichkeitsarbeit der LFU Innsbruck, beim Herausgeber sowie im Buchhandel bezogen werden.
Büro für Öffentlichkeitsarbeit, Universität Innsbruck

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