Höhlenmonitoring-Fachleute tagten in Innsbruck

Fragen der Langzeitbeobachtung von Höhlen standen im Mittelpunkt eines internationalen Workshops, der im April in Innsbruck stattfand.
Exkursion der Tagungsteilnehmer zu Tirols größtem Höhlensystem, der Spannagel Höhle am Hintertuxer Gletscher.
Bild: Exkursion der Tagungsteilnehmer zu Tirols größtem Höhlensystem, der Spannagel Höhle am Hintertuxer Gletscher.

Höhlen stellen ganz besondere Bereiche nahe der Erdoberfläche dar, die von vielfältiger akademischer wie wirtschaftlicher Bedeutung sind. Zum einen stellen Höhlen Habitate und Refugien von Organismen dar, spielen Tropfsteine in der Paläoklimaforschung eine zunehmend wichtige Rolle und stammt ein Gutteil der weltweiten Kenntnis über die Frühzeit des Menschen von Funden in Höhlen. Zum anderen bezieht ein Viertel der Weltbevölkerung sein tägliches Trinkwasser aus verkarsteten, d.h. höhlenreichen Gesteinen. Österreich allein besitzt etwa 15.000 katastermäßig erfasste Höhlen.

Das Verständnis der Zusammenhänge zwischen dem Geschehen an der Erdoberfläche (z.B. Klimawandel) und deren Auswirkungen auf die Wasserführung und Ventilation im Untergrund von Karstgebieten ist rudimentär. Aufgrund der besonderen Bedingungen (schwierige Zugänglichkeit, niedere Temperaturen, Dunkelheit, hohe Luftfeuchtigkeit) stellen gerade Langzeitmessungen in Höhlen eine große technische Herausforderung dar.

Der 2nd International Cave Monitoring Workshop, der vom 19. bis 21. April 2012 in Innsbruck-Kranebitten stattfand, widmete sich explizit den Fragen der verschiedenen Methoden, die weltweit beim Höhlen-Monitoring eingesetzt werden. 26 Fachleute und DoktorandInnen –insgesamt 16 Nationalitäten – tauschten Erfahrungen in der hydrochemischen Feldanalytik, Höhlenluftmessung (z.B. Radon) und Automatisation aus und statteten der Spannagel Höhle in Hintertux einen Besuch ab. In dieser Europas höchst gelegenen, touristisch (teilweise) zugänglichen Höhle von circa 11 km Gesamtlänge wird seit mehr als einem Jahrzehnt ein Monitoring-Messprogramm durchgeführt.

Organisiert wurde die Tagung von Univ.-Prof. Christoph Spötl und Dr. Marc Luetscher vom Institut für Geologie und Paläontologie zusammen mit Dr. David Mattey, Royal Holloway University of London.

(Christoph Spötl)