Uni Innsbruck beherbergt den Abend „WeinKULTURen in Europa“

Am 26. Jänner füllte sich die Aula der Uni Innsbruck bis in die letzten Reihen: Auf dem Programm stand der Abschlussabend des Projektseminars „VinoLingua WS 2011/2012“, das von Ursula Moser und Angelo Pagliardini geleitet wurde. Thema waren „WeinKULTURen in Europa“, die die Studierenden des Seminars erkundet und in einer anspruchsvollen und ansprechenden Broschüre dokumentiert hatten.
Abschlussabend des Projektseminars "VinoLingua WS 2011/2012".
Bild: Abschlussabend des Projektseminars "VinoLingua WS 2011/2012".

Das Projektseminar „VinoLingua“ fand im Rahmen des gleichnamigen EU-Projekts statt, das unter der Leitung von Prof. Eva Lavric vom Institut für Romanistik der Universität Innsbruck federführend betreut wird. Innsbruck kooperiert dabei mit einschlägigen Bildungsinstitutionen aus fünf großen europäischen Weinregionen: Niederösterreich (Österreich), Südtirol (Italien), Toskana (Italien), Burgund (Frankreich) und die Region von Toro (Spanien). Ziel des Projekts ist es, didaktische Materialien für Weinbauern zu erarbeiten, die Fremdsprachen erlernen und verstärkt mit anderen europäischen Weinregionen kommunizieren wollen. Die Aufgabe des diesjährigen Innsbrucker Projektseminars bestand dabei darin, eine Kulturbroschüre für die fünf genannten Regionen zu erstellen, die das fachliche Wissen um den Wein einbettet in kulturelles Wissen, in Wissen um Geschichte und Tradition, um klimatische und nicht zuletzt kulinarische Besonderheiten der Region. Über 40 Studierende wirkten an der Erstellung dieser Broschüre mit, die auch ins Französische, Italienische, Spanische und Englische übersetzt wurde. Sie soll nicht zuletzt auch für das EU-Projekt selbst, für „Weinsprachen“ und „Weinkulturen“ werben.

Den Abend eröffnete Prof. Lavric, die die Bedeutung des bisher Erreichten aufzeigte und auf die Projektgeschichte verwies. Prof. Moser sprach über die besonderen Herausforderungen für die Studierenden, über die Schwierigkeiten, die es zu überwinden galt, und die Leistung, die die Studierenden erbracht hatten. Mag. Gnilsen, Koordinatorin des Europaprojekts Vinolingua und Expertin auf dem Gebiet von Sprachunterricht und Erwachsenenbildung, zeigte Umfang und Reichweite des  Europaprojekts auf und verwies auf die Tatsache, dass die Studierenden auf diese Weise die Möglichkeit bekommen hatten, in einem internationalen Netzwerk mitzuarbeiten. Dr. Pagliardini schließlich zitierte in einem besinnlichen Text den berühmten Trinkspruch aus Pietro Mascagnis „Cavalleria rusticana“ und betonte, wie wichtig es sei, die Traditionen und Bräuche zu kennen, die mit der jeweiligen Weinkultur verbunden sind, um die menschliche Kommunikation und letztlich auch die interkulturelle Interaktion im Herzen Europas zu vertiefen.

Damit war die Bühne frei für die Studierenden, die vor einer vollen Aula mit Professionalität, Lebendigkeit und Stil die herausragendsten Charakteristika der Weinkulturen der fünf Regionen präsentierten. Kompetent stellten sie mit der Weinbroschüre ein Produkt aus eigener Werkstatt vor und sprachen damit – aus dem Applaus zu schließen – das Publikum zweifelsohne an. Aus didaktischer Sicht  hat die Lehrveranstaltung damit aber auch ein ganz besonderes Ziel der universitären Ausbildung erreicht: Ein Semester lang war es den Studierenden möglich, nicht nur Wissen zu erwerben, sondern in geschütztem Raum mit sehr unterschiedlichen Berufsfeldern zu experimentieren.

Wie die letzte Gruppe der Studierenden auf dem Podium es andeutete, war inzwischen aber der Punkt gekommen, an dem man nicht nur über Wein sprechen, sondern ihn auch verkosten wollte. Nach einer filmischen Reise durch das Weingut Kössler aus St. Pauls (Südtirol) fand unter der kundigen Führung des bekannten Südtiroler Malers und Künstlers Franz Kofler eine Weinverkostung statt, bei der die „Stars“ der Südtiroler Weinkultur, vom Lagrein bis zum Gewürztraminer, in farblicher Harmonie und mit „prickelnder“ Untermalung durch einen Prosecco, probiert werden konnten. Die Studierenden hatten – nicht zuletzt dank der freundlichen Unterstützung durch das Büro für Südtirolagenden, den Frankreichschwerpunkt, das Italienzentrum und das Institut für Romanistik – ein köstliches Buffet vorbereitet, das auf seine Weise auf die Besonderheiten der einzelnen Regionen verwies.

(Ursula Moser/Angelo Pagliardini)