Grenzüberschreitende Winter School zu Föderalismus und Minderheitenrechten

Rektor Tilmann Märk eröffnete am 6. Februar die 3. Winter School on Federalism and Governance an der Universität Innsbruck. In diesem Jahr stand das Thema Föderalismus und Minderheitenschutz im Zentrum der Weiterbildung für junge Menschen aus aller Welt. Die zweite Woche der Winter School findet an der Europäischen Akademie (EURAC) in Bozen statt.
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Bild: v.l.: Prof. Palermo, Rektor Märk, Prof. Gamper, Dekan Eccher und Prof. Karlhofer freuten sich über den Start der 3. Winter School an der Universität Innsbruck.

Vom 6. bis zum 10. Februar war die Universität Innsbruck wieder Gastgeberin für 30 NachwuchsforscherInnen, postgraduale Studierende und PraktikerInnen mit beruflichen oder universitären Erfahrungen in Föderalismus, Multi-level-governance und Minderheitenforschung aus 24 Nationen.

„Internationale Kooperationen sind uns an der Universität Innsbruck sehr wichtig, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre. Deshalb freue ich mich sehr, Sie an unserer Universität begrüßen zu können“, erklärte Rektor Tilmann Märk in seinen Eröffnungsworten, bei denen er den TeilnehmerInnen auch dazu gratulierte, dass sie aufgrund von Exzellenzkriterien aus 246 Anmeldungen ausgewählt wurden. „Die Universität Innsbruck und die EURAC Bozen im Herzen der Europaregion Tirol sind ausgezeichnete Orte, um sich mit dem Thema der diesjährigen Winter School nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch auseinanderzusetzen“, so Rektor Märk, der auch den OrganisatorInnen der Winter School für ihre Arbeit dankte. Der Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Bernhard Eccher, und der Vorstand des Instituts für Politikwissenschaft, Prof. Ferdinand Karlhofer, hießen die TeilnehmerInnen der Winter School ebenfalls an der Universität Innsbruck willkommen.

Grenzüberschreitendes Projekt

Die Winter School on Federalism and Governance wird von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät und der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Institut für Föderalismus- und Regionalismusforschung der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) organisiert. „Die Besonderheit dieses grenzüberschreitenden Lehreprojekts liegt in der interdisziplinären Verbindung von Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft, in der Internationalität der Teilnehmer und der Lehrenden sowie in den zwei Austragungsorten Innsbruck und Bozen“, erklärt Prof. Anna Gamper vom Institut für öffentliches Recht, Staats- und Verwaltungslehre der Universität Innsbruck. Gemeinsam mit Prof. Günther Pallaver vom Institut für Politikwissenschaft sowie Prof. Francesco Palermo, Leiter des Instituts für Föderalismus- und Regionalismusforschung an der EURAC, organisierte sie die Winter School bereits zum dritten Mal. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft des Generalsekretärs des Europarates sowie der Länder Tirol, Südtirol und Trentino.

Föderalismus als Chance für Tibet?

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Winter School und auch die Public Lecture in Innsbruck beschäftigte sich mit der Tibetfrage und Chinas Umgang mit Minderheitenschutz. „Chinas Formalverfassung verankert den Vielvölkerstaat und sogar minderheitenschutzrechtliche Bestimmungen einschließlich der Möglichkeit der regionalen Selbstverwaltung. In der Realverfassung wird dieser jedoch gerade in Bezug auf Tibet nicht verwirklicht“, erklärt die Verfassungsjuristin Gamper. Von einem Autonomiemodell oder Föderalismus, wie er sich für multikulturelle und multiethnische Staaten als langfristige Lösung bewährt hat, ist China noch weit entfernt, so die Expertin. „Mit Prof. Joshua Castellino von der Middlesex University in London und Prof. Michael C. Davis von der University of Hong Kong ist es uns gelungen, zwei ausgewiesene Experten in diesem Bereich für die Public Lecture zu gewinnen“, so Gamper.

(sr)