Mysteriöses Universum im Zentrum des 5. AFI-Symposiums

Das fünfte Austria-France-Italy (AFI) Symposium „Clues to a Mysterious Universe“ fand als Weihnachtskolloquium im Dezember 2011 in Innsbruck statt. Es thematisierte spannende, neue Forschungsthemen im Grenzgebiet der Quantenwelt wie Gravitation, dunkle Materie und Neutrinos.
Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am 5. AFI-Symposium teil.
Bild: Mehr als 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen am 5. AFI-Symposium teil.

Hiranya Peiris (University College London) sprach über die beschleunigte Expansion des Universums und Messungen einer möglichen „ewigen Ausdehnung“ durch die kosmische Hintergrundstrahlung. Des Weiteren wurde diskutiert, ob unser Universum denn nur eines von vielen Blasen-Multiversen ist und wie dies gemessen werden kann. Gianfranco Bertone (Amsterdam) gab eine Übersicht über aktuelle Forschungen im Bereich der dunklen Materie, die 80 Prozent der Masse unseres Universums darstellt. Renate Loll (Utrecht) stellte aktuelle Arbeiten zum Thema Quantengravitation und die Mikro-Struktur der Raumzeit vor.

Ed Hinds (Imperial College London) referierte über ein mögliches elektrisches Dipol-Moment von Elektronen. Dieses wird mittels ultrakalter molekularer Spektroskopie gesucht, um so Physik abseits des Standardmodells der Teilchenphysik zu entdecken. Neue Modelle werden benötigt um zu erklären, warum unser Universum aus mehr Materie als Antimaterie besteht. Die Neutrinophysik bietet mögliche neue Mechanismen, um diese Asymmetrie zu erklären. Alessandro Bravar (Genf) sprach über unerklärte Phänomene der Neutrinophysik und Experimente, die diese zu klären versuchen.

Als Abschluss des AFI Symposiums kombinierte Buford Price (Berkley) Physik und Biologie und sprach über Wissenschaft am Südpol: Neutrinoexperimente sowie das Studium winziger Bakterien im Kilometer dicken Eis der Antarktis.

Das AFI Symposium ist eine alljährliche Veranstaltung mit hochkarätigen Vorträgen und Diskussionen zu aktuellen physikalischen Themen, organisiert von Steven Bass (Institut für theoretische Physik), Birgit Sattler (Ökologie) und Barbara Tasser (Italien-Zentrum). 2011 wurde das Symposium von mehr als 60 Teilnehmern besucht, mit einem hohen studentischen Anteil. Das Symposium bot eine Kombination aus Vorträgen über neueste Erkenntnisse in der Physik und Innsbrucker Kultur. Es wurde mit einem mittelalterlichen Bankett im Schloss Ambras abgeschlossen. Unterstützt wurde das Symposium von der Universität Innsbruck, dem Italien Zentrum der Universität Innsbruck und dem FWF (P20436).

(Steven Bass)