Zwischen Forschung und Praxis

Die Innsbrucker Geographische Gesellschaft (IGG) feierte am 19. Januar 2012 ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Festkolloquium. Der Titel der Veranstaltung „Geographie heute – zwischen Forschung und Praxis“ war dabei wegweisend. Zusätzlich zum Festakt fand am 20. Januar ein Tag der offenen Tür statt, der den interessierten Schülerinnen und Schülern die Innsbrucker Geographie vorstellte.
Prof. Dr. Martin Coy begrüßt Studierende, ProfessorInnen und Interessierte zur 40-Jahr-Feier der Innsbrucker Geographischen Gesellschaft.

Die Innsbrucker Geographische Gesellschaft ist nun stolze vierzig Jahre alt. Gegründet wurde sie im Jahr 1971 von Prof. Dr. Adolf Leidlmair, der selbst lange Jahre als Vorsitzender der IGG fungierte, als eigenständiger Zweigverein der Österreichischen Geographischen Gesellschaft. Mit der Gründung des Zweigvereins holte Leidlmair die besten Geographen seiner Zeit nach Innsbruck, die dort mit ihren Vorträgen derart überzeugten, dass der Verein bald der Mitgliederzahl nach die zweitstärkste Regionalvereinigung nach der Wiener Gesellschaft wurde. Zum 25-jährigen Jubiläum erfolgte jedoch erst die Umbenennung in "Innsbrucker Geographische Gesellschaft", die mittlerweile über 600 Mitglieder von Innsbruck bis Japan zählt. Die Palette der Mitgliedschaft reicht von interessierten Laien über Studierende bis hin zu angesehenen UniversitätsprofessorInnen und engagierten GeographielehrerInnen. Die Innsbrucker Geographischen Gesellschaft hat sich dabei in ihrer weitreichenden Tätigkeit die Förderung des Interesses an der Geographie und die Verbreitung geographischen Wissens in verständlicher Form zur Hauptaufgabe gemacht.

Geographie heute

Bei Fragen, die den Klimawandel, die Wirtschaftsentwicklung oder die Bevölkerungsdynamik betreffen, muss die Geographie heute mehr denn je Antwort geben. Und das tut sie auch. Das Institut für Geographie setzt sich beispielsweise in seinem Forschungsschwerpunkt „Globaler Wandel – regionale Nachhaltigkeit“ mit global wirksamen Prozessen wie den Folgen des Klimawandels oder der Globalisierung und daraus resultierenden Erscheinungen auf regionaler und lokaler Ebene auseinander. Für diese Maßstabsebene werden zukunftsfähige Lösungen angestrebt, die zu einer nachhaltigen Sicherung des Lebensraums beitragen. Innerhalb des Forschungsschwerpunkts bestehen derzeit die Forschungsbereiche Stadt- und Regionalforschung, Entwicklungsforschung, Naturgefahren- und Risikoforschung sowie Klima- und Gletscherforschung. Auch die Festveranstaltung zur 40-Jahrfeier der IGG beschäftigte sich mit Themen, die die Zukunft der Geographie zu ermitteln suchten. So fragte der aus Bonn angereiste Wissenschaftler Prof. Dr. Matthias Winiger in seinem Vortrag nach den Perspektiven der Physischen Geographie und der Heidelberger Anthropogeograph Prof. Dr. Hans Gebhardt nach den Perspektiven der Humangeographie. Zum Abschluss des erfolgreichen Nachmittags stellte Mag. Markus Seidl von der Österreichischen Raumordnungskonferenz Wien (ÖROK) das österreichische Raumentwicklungskonzept 2011 detailliert vor.

Institut für Geographie öffnete Türen

Neugierige SchülerInnen sowie StudienanfängerInnen konnten beim Tag der offenen Tür im Rahmen eines vielfältigen Programms das Institut für Geographie kennenlernen und erste geographische Campusluft schnuppern. Es bestand für alle Teilnehmenden die Möglichkeit bei Projekten und Arbeitskreisen am Institut mitzumachen und sich zu informieren. Zusätzlich stellte Prof. Dr. Axel Borsdorf vom Institut für Geographie in einem Vortrag die Mountain Competence Innsbruck, die bereits heute als Kompetenzcluster zur internationalen Gebirgsforschung wahrgenommen wird und in der Zusammensetzung aus Universität, außeruniversitärer Forschungseinheit und dem alpS – Center for Climate Change Adaptation weltweit einmalig ist, vor.

(nh)