Mars-Anzug bekommt neues Hauptquartier

Das Spacesuit Laboratory des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) übersiedelt an die Universität Innsbruck, am 20. Dezember 2011 fand die feierliche Eröffnung im ICT-Gebäude am Campus Technik statt.
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Bild: ÖWF-Vorstand Gernot Grömer, Vizerektor Arnold Klotz und die Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik Prof. Sabine Schindler durchschneiden symbolisch das Band vor dem Eingang zum neuen Labor.

Am 20. Dezember wurde das Raumanzug-Labor des Österreichischen Weltraum Forums (ÖWF) in den Räumlichkeiten der Universität Innsbruck offiziell eröffnet. Diese Räumlichkeiten sind der Weiterentwicklung des Analog-Marsanzuges „Aouda.X“ gewidmet, der im April 2011 in der spanischen Halbwüstengegend des Rio Tinto getestet wurde. Das ÖWF forscht als einzige europäische Gruppe an der Entwicklung von Mars-Raumanzügen.

Vizerektor Prof. Dr. Arnold Klotz, der sich federführend für dieses Labor an der Universität Innsbruck eingesetzt hat, freute sich, gemeinsam mit Mag. Gernot Grömer vom Vorstand des ÖWF und der Leiterin des Instituts für Astro- und Teilchenphysik, Prof. Sabine Schindler, das Band zu den neuen Laborräumlichkeiten durchschneiden zu dürfen. „Was ich von Mag. Grömer, einem der engagierten Protagonisten des ÖWF, im Rahmen der Simulation einer Marsexpedition in der spanischen Region des Rio Tinto erfahren habe, war sehr beeindruckend. Was hier gemacht wird, ist Astronomie und Raumfahrt zum Staunen, Anfassen und gemeinsamen Lernen, angebunden an die einschlägigen internationalen Netzwerke. Ich hoffe, dass Ihnen das Spacesuit Lab gute Dienste für Ihre Arbeit leistet“, richtete Vizerektor Klotz seine besten Wünsche an das gemeinsame Team der Universität Innsbruck und des ÖWF, das das Spacesuit Lab nutzen wird.

„Mit den neuen Räumlichkeiten an der Universität Innsbruck können wir nicht nur die Arbeit am Anzug vorantreiben, wir haben auch nun die Möglichkeit, uns durch das universitäre Umfeld noch besser auszutauschen“, meint Mag. Gernot Grömer, „davon profitieren sowohl die Universität Innsbruck als auch das Österreichische Weltraum Forum.“

Das neue Labor bietet neben Mechanik- und Elektrotechnik-Arbeitsplätzen auch Möglichkeiten für 3D-Rapid Prototyping – die rasche Herstellung von Musterbauteilen und Modellen. Außerdem besteht im neuen Labor aufgrund der exzellenten IT-Infrastruktur der Universität Innsbruck auch die Option, es bei Feldtests als Datenzentrale für die Missionskontrolle einsetzen zu können. So sollen bei zukünftigen Feldtests u.a. Daten aus dem Raumanzug von Innsbruck z.B. an Forschungsteams des NASA Jet Propulsion Laboratory oder der European Space Agency verteilt werden.

Für Ende April 2012 plant das ÖWF als erste Forschungsgruppe einen Feldtest in den Dachstein-Rieseneishöhlen durchzuführen und im Februar 2013 in der nordafrikanischen Wüste Teile einer bemannten Marsexpedition zu simulieren.

(red)