WIR bauen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen!

Anfang November fand im Großen Hörsaal der Baufakultät eine Veranstaltung zum Thema "WIR bauen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Nicht nur weil wir müssen, sondern weil es uns ein Anliegen ist!" statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Universität Innsbruck und der TILAK.
Univ.-Prof. DI Dr. Walter Purrer, Leiter Arbeitsbereich für Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement, Dr. Hannes Moser, TILAK Bauliches Infrastrukturmanagement, Mag. Gerhard Mayer, M.Sc., Abteilungsvorstand TILAK Bauliches Infrastrukturmanagement, Univ.-Prof. DI Dr. Arnold Tautschnig, Dekan der Fakultät für Bauingenieurswissenschaften der LFUI und Dr. Lothar Müller, Koordinator und Netzwerker
Bild: Univ.-Prof. DI Dr. Walter Purrer, Leiter Arbeitsbereich für Baubetrieb, Bauwirtschaft und Baumanagement, Dr. Hannes Moser, TILAK Bauliches Infrastrukturmanagement, Mag. Gerhard Mayer, M.Sc., Abteilungsvorstand TILAK Bauliches Infrastrukturmanagement, Univ.-Prof. DI Dr. Arnold Tautschnig, Dekan der Fakultät für Bauingenieurswissenschaften der LFUI und Dr. Lothar Müller, Koordinator und Netzwerker

Hochinteressierte Baufakultät

Dekan Prof. Arnold Tautschnig und Prof. Walter Purrer (Baubetrieb, Arbeitsgemeinschaft Der Mensch in der Bauwirtschaft) konnten neben zahlreichen Interessierten sowohl Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling als auch elf Referentinnen und Referenten begrüßen: Fachleute für die Ö-Normen wie Georg Leitinger und Dietmar Graff; Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit HR Arch. Franz Vogler (Land Tirol), die Zuständigen der Stammuni (Dr. Elisabeth Rieder, DI Werner Gächter und DI Christoph Genser) und die Informations- und Förderungsspezialisten Mag. Walter Guggenberger (Bundessozialamt Tirol), Dr. Johann Wiedemair (Sozialabteilung Land) und Mag. Otto Flatscher (Wohnbauförderung). Für die TILAK und ihre ARGE standen Mag. Gerhard Mayer und Dr. Hannes Moser (Vorsitzender) Rede und Antwort.

Sie stellten sowohl das TILAK „Mehr“ der neuen, am 8.11.2011 vom Vorstand beschlossenen Standards wie auch den Grundsatz „Wenn wir planen, dann planen wir integriert“ (im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung von Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen, temporär oder permanent) vor. Ein Beispiel dafür sind die neuen („barrierefreien“) Informationssäulen, die im Zusammenhang der Neugestaltung der Außenbeschilderung (Abteilung Bau und Technik) mitgeplant wurden.

Faszination Barrierefreiheit

Es waren Bilder zum Genieren, mit denen Georg Leitinger, langjähriger Präsident des Zivilinvalidenverbandes Tirol, aufwarten musste. Banken, Amtsgebäude, Hotels mit Verstößen gegen die geltenden Normen zur Behindertengerechtigkeit und Barrierefreiheit ärgster Art. Und das im Jahr 2011. Die Präsentation der erschreckenden Bilder erfolgte bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Barrierefreiheit, die von der TILAK und der Bauingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck am 8.11.2011 angeboten wurde. „Mit dieser Veranstaltung wollten wir auf die neuen vom Vorstand soeben beschlossenen TILAK-Standards Barrierefreies Bauen hinweisen und das Knowhow auch anderen Interessierten anbieten. Sie war aber auch ein herzliches Dankeschön an die entscheidende Mitarbeit der Vertreterinnen und Vertreter der Behindertenorganisationen in der Arbeitsgemeinschaft der TILAK", so Mag. Gerhard Mayer, Vorstand der Abteilung Bauliches Infrastrukturmanagement. In seinem Bereich arbeitet die ARGE Barrierefreies Bauen nunmehr seit acht Jahren.

Verblüffung

Für Verblüffung sorgten zwei Umstände: zum einen ein Bericht von Georg Leitinger über zahlreiche Mängel bei einer jüngst eröffneten privaten Gesundheitseinrichtung. Der Architekt hat ihm auf seine Vorhaltungen gesagt: die ÖNORM B1600 (Behindertengerechtes Bauen) habe ich mir gar nicht angeschaut. Und die zweite Verblüffung: Viele haben sich für die sehr intensive mehr als dreistündige Veranstaltung interessiert. Nur kaum Architektinnen, Architekten und Studierende. Der einhellige Tenor der TILAK-ARGE-Mitglieder dazu: „Sie werden es lernen müssen. Denn wir werden bei der Barrierefreiheit keinen Pardon kennen. Das sind wir unseren Patientinnen und Patienten, den Angehörigen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig.“

(Lothar Müller)