Erstes „Lexikon der Geisteswissenschaften“ als Meilenstein der Ideenforschung

Mit dem „Lexikon der Geisteswissenschaften“ präsentierten Helmut Reinalter und Peter J. Brenner Ende November das Ergebnis fast achtjähriger Forschungsarbeit auf knapp 1400 Seiten. Die Herausgeber sehen darin ein Fundament für die Zukunft der Geisteswissenschaften.
blog_lexikon_geiwi.jpg
Bild: Böhlau-Geschäftsführer Peter Rauch mit den Herausgebern Helmut Reinalter und Peter J. Brenner (von links nach rechts).

136 Autorinnen und Autoren, 244 Artikel auf knapp 1400 Seiten: Nach achtjähriger Forschungsarbeit ist das Lexikon der Geisteswissenschaften im Böhlau-Verlag erschienen. Ende November wurde das Werk in der Buchhandlung Thalia in Innsbruck vorgestellt. Die Herausgeber Helmut Reinalter und Peter J. Brenner sind sich einig: dieses wissenschaftliche Großprojekt ist ein Fundament für die unsichere Zukunft der Geisteswissenschaften. Deren Relevanz wird stetig in Frage gestellt. Für den Innsbrucker Historiker und Philosophen Prof. Reinalter war es deshalb wesentlich, die Bedeutung der Geisteswissenschaften für die Gesellschaft zu zeigen. „Die Geisteswissenschaften stehen im Spannungsverhältnis zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Lebensgestaltung – sie arbeiten aufklärerisch und kritisch, sie stehen mitten im Leben.“

Zusammenschau

Darüber hinaus wollte Reinalter eine große Zusammenschau aller geisteswissenschaftlichen Disziplinen leisten. Das Lexikon ist in drei Bereiche gegliedert: wichtige Sachbegriffe, Disziplinen und Nachbardisziplinen sowie Persönlichkeiten der Geisteswissenschaften. „Es bietet neben gesichtertem Wissen auch Perspektiven und eigene Forschungen“, erläutert Peter Rauch, Geschäftsführer des Böhlau-Verlags. „Ich bin sicher, dass die mühevolle Detailarbeit zum Erfolg dieses gerade heute wichtigen Buchs beiträgt. Den Geisteswissenschaften bläst ein kalter Wind entgegen.“

Trotz finanzieller Engpässe konnte das Projekt mithilfe von Sponsoren zu Ende gebracht werden. Der Germanist Peter J. Brenner schreibt dies seinem Kollegen Reinalter zu: „Er hat sich nicht nur um Geist und Wissenschaft, sondern auch um die praktischen Belange gekümmert.“ Brenner betont außerdem: „Letztlich beschreibt dieses Buch einen Entwicklungsprozess während der Wendephase in den Geisteswissenschaften, es ist nicht statisch. Es hat große Bedeutung für die Wissenschaften.“ 

(Sophia Gabrielli)