Uni-Forscher holen CAST-Award

Die besten Geschäftsideen aus dem Bereich der wissenschaftlichen Forschung an den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen wurden im November beim CAST technology award 2011 prämiert. Andreas Thalhammer vom Forschungsinstitut STI der Uni Innsbruck sowie Stefan Schenk und Klaus Hanke vom Arbeitsbereich Vermessung und Geoinformation waren unter den Gewinnern.
Cast technology award 2011
Bild: Andreas Thalhammer vom Semantic Technology Institute (STI) der Uni Innsbruck (Mitte) holte sich den ersten Platz. Hier im Bild mit Sarah Matt-Leubner von Transidee und Christian Mathes von CAST.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller akademischen Einrichtungen Tirols waren 2011 wieder aufgerufen, ihre Forschungsergebnisse auf wirtschaftliche Verwertbarkeit hin überprüfen zu lassen. Im Rahmen der Verleihung des CAST technology awards am 11. November wurden jene Projekte belohnt, denen die Jury die besten Chancen auf wirtschaftliche Umsetzung einräumte. Andreas Thalhammer vom Semantic Technology Institute (STI) der Universität Innsbruck teilte sich mit Thomas Obholzer vom Management Center Innsbruck den ersten Platz. Auch der Sonderbereich der Jury ging an ein Forschungsteam der Uni Innsbruck.

Zwei Teams an der Spitze

Die Entscheidung um Platz 1 fiel der Jury in diesem Jahr nicht leicht, man zeichnete am Ende zwei Teams mit der Siegerprämie von 3.000 Euro aus. Andreas Thalhammer vom Semantic Technology Institute (STI) der Universität Innsbruck überzeuge die Jury mit "INNstant", einem ausgeklügelten Gutschein-Versandsystem mit Standortfunktion, das über eine mobile App-Lösung Dienstleistungsunternehmen (Gastronomiebetriebe, Kinos, etc.) dabei unterstützt, ihre Umsätze anzukurbeln. Thomas Obholzer vom Management Center Innsbruck (Umwelt-, Verfahrens- und Energietechnik) brachte ein neuartiges chemikalienfreies Verfahren zur Wasseraufbereitung in Fischfarmen in den Wettbewerb ein und überzeugte die Jury schon zum zweiten Mal in Folge von seiner Geschäftstüchtigkeit.

Ing. Ronald Stärz vom Studiengang Mechatronik - Maschinenbau des Management Center Innsbruck hat in gemeinsamer Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit der Firma PhysTech Coating Technology GmbH, vertreten durch die Gründer Dr. Georg Strauss und Dr. Stefan Schlichterle, ein Messsystem zur Online-Analyse von Beschichtungsprozessen entwickelt, das Qualitätsverlusten und Fehlern beim Beschichtungsprozess in einem frühen Herstellungsstadium entgegenwirkt. PhysTech ist ein CAST-gefördertes Unternehmen und arbeitet auf dem Gebiet der Vakuum- und Dünnschichttechnologie für unterschiedliche Anwendungsgebiete, wie z.B. Tribologie, Werkzeuge, Optik, Elektronik oder Medizin. Belohnt wurde der dritte Platz mit 800 Euro.

Der vierte Platz und damit verbunden 500 Euro gingen an Ivan Tancevski von der Universitätsklinik für Innere Medizin, der sich in seiner Forschungsarbeit mit der Behandlung und Therapie von schweren bakteriellen Erkrankungen (Sepsis) auseinandersetzt. Tancevski hat herausgefunden, dass bestehende Medikamente aus anderen Anwendungsbereichen die Ausbreitung von Bakterien im Organismus während einer Sepsis signifikant verzögern. Somit wird ein besseres Ansprechen auf die Standardtherapie mit Antibiotika hervorgerufen. Dies hat im Tierversuch an Mäusen eine Steigerung der Überlebensrate zur Folge, bei der Umsetzung im Menschen wird sogar eine weitere Steigerung erwartet.

Sonderpreis der Jury

Dr. Dipl.-Ing. Stefan Schenk und Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Ing. Klaus Hanke vom Arbeitsbereich Vermessung und Geoinformation der Universität Innsbruck legten der Jury "GeoLEGEND" ans Herz. Dahinter steckt die Idee, mit modernster Technologie historische Sagen und Legenden nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und ein bedeutendes Ausmaß an Identifikation mit Kultur, Geschichte und Tradition sicher zu stellen. Mittels Mobile-App soll es Nutzern möglich gemacht werden, an einem bestimmten Standort jene Sagen und deren Inhalte abzurufen, die sich in der jeweiligen Region abgespielt haben. Belohnt wurde diese schöne Idee mit dem Sonderpreis der Jury für eine Einreichung mit besonderer sozio-kultureller Bedeutung und 500 Euro.

Der CAST technology award

Über die Ausschreibung des CAST technology award sucht CAST gemeinsam mit Kooperationspartner transidee in regelmäßigen Abständen Geschäftsideen zur wirtschaftlichen Verwertung von Entwicklungen, Erfindungen und Forschungsergebnissen aus allen Technologiebereichen. Teilnahmeberechtigt sind wissenschaftliche MitarbeiterInnen aus den Tiroler Universitäten und Fachhochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Prämiert werden jene Ideen mit der besten Chance auf erfolgreiche, wirtschaftliche Umsetzung.

(red)