Schulen gehen neue Wege

Besonders innovative österreichische Schulen und neue Modelle des Lehrens und Lernens haben Bildungsforscherinnen und -forscher in einer Studie im Auftrag der OECD und des Unterrichtsministeriums identifiziert. Vergangenen Donnerstag und Freitag wurden im Rahmen einer Tagung an der Universität Innsbruck diese Vorzeigebeispiele präsentiert.
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Bild: Im Rahmen der Konferenz wurden die Studie "Innovative Learning Environments" vorgestellt.

In der aktuellen Diskussion über das österreichische Bildungssystem geht manchmal unter, dass es an Österreichs Schulen zahlreiche Initiativen gibt, den neuen Herausforderungen im Schulalltag mit innovativen Konzepten zu begegnen. Schulen sind heute zum Beispiel vermehrt mit sozialer, kultureller und sprachlicher Heterogenität der Schülerinnen und Schüler konfrontiert. Auch müssen Schulen mit neuen Methoden und Ansätzen auf den verstärkten Bedarf an Individualisierung der Lernprozesse, Stärkung der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und Verbesserung der Chancengerechtigkeit antworten.

Universitäten und PHs forschen gemeinsam

Zusammen mit den pädagogischen Hochschulen Linz, Steiermark und Kärnten haben Schulforscherinnen und -forscher der Universitäten Wien, Innsbruck und Klagenfurt in den vergangenen drei Jahren sieben aufwändige Fallstudien an österreichischen Schulen durchgeführt. Die Europaschule Linz ist ein Beispiel einer besonders innovativen Schule. Die Neue Mittelschule fördert erfolgreich das eigenverantwortliche Lernen und Arbeiten, unterstützt den wertschätzenden, chancenorientierten Umgang mit der Verschiedenartigkeit der Schülerinnen und Schüler und fördert die Entwicklung eines alternativen Leistungsrückmeldesystems. „Alle von uns untersuchten Schulen gehen mit den gegebenen Herausforderungen lösungsorientiert um“, betont Prof. Ilse Schrittesser vom Institut für LehrerInnenbildung und Schulforschung der Universität Innsbruck. „Sie werfen herkömmliche Routinen über Bord und antworten mit neuen Konzepten auf die Anforderungen des gesellschaftlichen und kulturellen Wandels, mit denen das Schulsystem gegenwärtig konfrontiert ist.“

Vorzeigebeispiel in Tirol

In dem Projekt wurden vier Schulen in Wien und je eine Schule in Oberösterreich, der Steiermark und Kärnten untersucht. „Zwar haben wir keine Tiroler Schulen in die Untersuchung einbezogen, aber auch hier gibt es Schulen mit sehr innovativen Lernumgebungen“, sagt Schrittesser. „So bietet etwa das neue Innsbrucker Bundesrealgymnasium in der Au ein besonders innovatives Raumkonzept mit Fachräumen statt Klassenzimmern, den Einsatz offener Lernphasen und die Individualisierung der Lehr- und Lernprozesse durch die Analyse des Lernstils einzelner Schülerinnen und Schüler.“