Die Alpen im Klimawandel

Von Montag bis Mittwoch diskutierten im Congress Innsbruck Expertinnen und Experten über die Möglichkeiten der Anpassung an die vom Klimawandel ausgelösten Entwicklungen im ökologischen, demographischen, sozioökonomischen und kulturellen Bereich.
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Bild: Unter dem Motto Alpenglüh'n fand im Rahmen der Konferenz auch eine öffentliche Diskussion zum Klimawandel in den Alpen statt.

Längst ist der Klimawandel zu einem generellen globalen Wandel geworden, der nicht nur die natürlichen Lebensgrundlagen beeinträchtigt, sondern soziale Gefüge, kulturelle Traditionen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändert. Weltweit sind Gebirgsregionen von diesem Wandel besonders stark betroffen. Um Strategien zur Prävention und Anpassung an diesen Wandel zu diskutieren, trafen sich von 21. bis 23. November 2011 Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen im Congress Innsbruck auf der internationalen Tagung ‚Managing Alpine Future’. „Politik, Wissenschaft und Wirtschaft haben gemeinsam die große Verantwortung und Aufgabe, sich diesem Wandel mehr als bisher zu stellen, die Herausforderung anzunehmen und alles daran zu setzen, die Köpfe und Herzen der Bürgerinnen und Bürger zu erreichen, um gemeinsam den Klimawandel Einhalt zu gebieten und die darin liegenden Chancen zu nützen“, appellierte Dr. Eric Veulliet, Leiter des alpS-Zentrums für Klimawandelanpassungsstrategien und -technologien zur Eröffnung der Tagung, die nach 2007 zum zweiten Mal stattfand. Die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf ergänzte: „Die herausragende universitäre Forschung in diesem Bereich ist in marktfähige Produkte überzuleiten. Mit dem Ergebnis, dass wir auf Risiken durch den Klimawandel nicht nur reagieren, sondern Tirol mit Hilfe der im Land vorhandenen Kompetenz auf die Folgen frühzeitig vorbereiten.“ Der geschäftsführende Rektor Prof. Tilmann Märk betonte, dass der Wandel in den Alpen seit Jahrzehnten Thema der wissenschaftlichen Auseinandersetzung an der Universität Innsbruck sei und dass gerade dieser Bereich in den letzten Jahren stark ausgebaut wurde. Er zählt neben der Physik und der Biomedizin zu den drei Forschungsschwerpunkten der Universität. „Ich bin sehr stolz, dass die Universität Innsbruck, alpS und die Österreichische Akademie der Wissenschaften nach 2007 erneut kooperieren, um den globalen Wandel als die große Herausforderung unserer Gesellschaft durch diese internationale Konferenz  einer intensiven inter- und transdisziplinären Expertinnen- und Expertendiskussion zu unterziehen“, sagte Märk im Rahmen eines Pressegesprächs zum Start der Tagung.

Neben den Fachdiskussionen wurde das Thema auch in einer öffentlichen Veranstaltung mit prominenten Vertretern aus Wissenschaft, Politik, Sport und Kultur debattiert. Am Rande der Veranstaltung wurden das Land Tirol und die Stadt Lienz von den Vereinten Nationen für ihre Bemühungen bei der Katastrophenvorsorge ausgezeichnet. Sie dienen damit weltweit als Vorzeigemodelle in diesem Bereich.

(Christian Flatz)