Martin Balluch referierte an der Uni Innsbruck

Am 16. November 2011 luden das Institut für Philosophie der Universität Innsbruck und der Verein LIFE – Universitäre Interessengemeinschaft für Tierrechte zu einem Vortrag von DDr. Martin Balluch mit dem Titel „Haben Tiere Bewusstsein? – Das Recht auf Autonomie“ ein.
Balluch
Bild: Über 200 Zuhörer fanden sich zum Vortrag von Martin Balluch in Hörsaal 7 ein.

Was ursprünglich als Ergänzung zum Tierethik-Seminar von Reinhard Margreiter am Institut für Philosophie gedacht war, entwickelte sich mit über 200 ZuhörerInnen – darunter nicht nur Studierende verschiedenster Fakultäten, sondern auch SchülerInnen, MitarbeiterInnen der Universität Innsbruck, sowie Interessierte aus den verschiedensten Lebens- und Berufsbereichen – zu einer hervorragend besuchten öffentlichen Veranstaltung.
Offensichtlich hat DDr. Martin Balluch, Natur- und Geisteswissenschaftler sowie derzeit wohl bekanntester Tierschützer Österreichs, mit seiner Frage einen Nerv der Zeit getroffen: Im Vortrag über Entstehung und Wesen des Bewusstseins führte er stringente Argumente dafür an, dass zumindest sehr viele Tiere bewusste Empfindungen haben. In der letzter Konsequenz würde dies bedeuten, auch nichtmenschlichen Tieren ein Recht auf Leben, Freiheit und Unversehrtheit zuzugestehen und ihr Recht auf Autonomie zu respektieren.
Tierrechte – rational betrachtet – ein Thema, das die BesucherInnen der Veranstaltung zu einer lebhaften Diskussion herausforderte; vor allem waren auch Fragen der praktischen Umsetzung des von Balluch geforderten Paradigmenwechsels von Interesse.
Ein schönes Beispiel für Möglichkeiten dieser Umsetzung lieferte das anschließende vegane Buffet, das von LIFE gesponsert wurde. Verschiedenste selbst zubereitete rein pflanzliche Speisen wurden den ZuhörerInnen angeboten, was sehr positiv aufgenommen wurde: Nach wenigen Minuten war das reichliche Buffet gänzlich verspeist.

Wissenschaftler und Tierschützer

Nach dem Studium von Mathematik, Physik und Astronomie an der Universität Wien ging er an die Universität Heidelberg und schrieb dort eine Dissertation in mathematischer Physik. Anschließend arbeitete er an der Universität Cambridge (GB) am Institut für Applied Mathematics and Theoretical Physics. Von 2000 bis 2005 studierte er an der Universität Wien Philosophie und schloss sein Studium mit einer Dissertation über Tierrechts-philosophie ab, die auch in Buchform erschien („Die Kontinuität von Bewusstsein. Das natur-wissenschaftliche Argument für Tierrechte“, Wien u. Mühlheim a. d. Ruhr: Guthmann-Peter-son 2005). Seit 2002 ist er Obmann des Vereins gegen Tierfabriken.

Universitäre Interessengemeinschaft für Tierrechte

LIFE - Universitäre Interessengemeinschaft für Tierrechte: LIFE widmet sich der Aufklärung und Bewusstseinsbildung im Hinblick auf Tierschutz und Tierrechte mit interdisziplinären Vorträgen, kreativen Projekten, Infoständen, Informationskampagnen, verschiedensten Veranstaltungen u.v.m. Menschen aus verschiedensten Lebens- und Berufsbereichen engagieren sich bei LIFE.

(Gabriela Kompatscher, Karin Schachinger und Alejandro Boucabeille)