Kanadische Star-Autorin Aritha van Herk zu Gast in Innsbruck

Auf Einladung des Zentrums für Kanadastudien war die kanadische Autorin Aritha van Herk Anfang November zu Besuch in Innsbruck. Die erfolgreiche Schriftstellerin, Essayistin und Literaturkritikerin gab Einblicke in das kanadische Leben und las aus ihren Romanen.
blog_van_herk.jpg
Bild: Ursula Moser (Zentrum für Kanadastudien), Aritha van Herk, Gudrun Grabher (Zentrum für Interamerikanische Studien)

Im Rahmen der Vorlesung „FrauenWeltLiteratur“, organisiert von den Länderzentren und dem Bereich Gender Studies der Universität Innsbruck, hielt die kanadische Autorin Aritha van Herk am Montag, 7. November, eine Lesung im historischen Claudiasaal der Claudiana in der Altstadt Innsbrucks. Van Herk erzählte zunächst von ihrer literarischen Karriere, ihrer Motivation zu schreiben und von den Ereignissen in ihrem Leben, die ihre Werke beeinflussten.

Literarische Reise
Anhand von zahlreichen Bildern führte die Autorin die Zuhörer von ihrem Geburtsort Wetaskiwin, in der Prärie Albertas, bis zu ihrer heutigen Heimatstadt Calgary, ließ sie u.a. an ihren Erlebnissen als Köchin im hohen Norden Kanadas teilhaben (eine Erfahrung, die sie in ihrem Werk The Tent Peg 1981 verarbeitet hat), oder die Wanderung auf der kanadischen Insel Ellesmere miterleben (Inspiration für ihre Essaysammlung Places far from Ellesmere 1990) und führte sie schließlich an den Originalschauplatz ihres Romans Restlessness (1998), aus dem sie einige Passagen vortrug.

Anschließend hielt Aritha van Herk gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Ursula Moser, der Leiterin des Zentrums für Kanadastudien, eine zweisprachige Lesung in Englisch und Deutsch aus ihrem 1986 erschienen Roman No Fixed Address: An Amorous Journey.

Schwerpunkte im literarischen Werk der kanadischen Autorin sind die Emanzipierung der Frau von konventionellen Geschlechterrollen und stereotypen Vorstellungen sowie die Suche nach der eigenen Zugehörigkeit und Identität. Aritha van Herk, selbst Tochter von niederländischen Einwanderern, beschäftigt sich eingehend mit den Begriffen Rastlosigkeit, Heimat, Identität und ihrer Bedeutung für die Existenz des Menschen.

Chancengleichheit und Unvorhergesehenheit
“Complete equality of opportunity for women and for men”, ist Aritha van Herks eindeutige Botschaft, die sie auch in ihren Büchern zu vermitteln sucht. Als erklärte Feministin ist es ihr ein Anliegen, die Emanzipation der Frau und insbesondere die Weiterentwicklung der Frauenrechte zu fördern.

“We have no idea what’s going to happen at any given moment”, stellt die Autorin weiters fest – ein Gedanke, der sich auch in ihrem literarischen Werk widerspiegelt. Das Unvorhersehbare spielt in ihren Romanen eine große Rolle und macht sie so zu einem spannenden Leseerlebnis.

(Patrizia Dorn)