Forscher- und Unternehmergeist punkteten bei Innovationspreis

Gleich drei auf universitärer Forschung gründende Technologie-Entwicklungen gewannen heuer den Tiroler Innovationspreis, der von Wirtschaftskammer und Land Tirol in Zusammenarbeit mit dem CAST – Center for Academic Spin-offs Tyrol ausgelobt wurde.
Innovationspreis 2011
Bild: Die Gratulanten WK-Präsident Jürgen Bodenseer, LR Patrizia Zoller-Frischauf mit den Siegern Valentine Troi, Supertex (Kategorie Technische Innovation), Georg Strauss, PhysTech Coating Technology (Kategorie Bestes Konzept; nicht im Bild Stefan Schlichtherle) sowie Erich Fritsch und Michael Möderl, Ingenieurbüro Passer & Partner ZT (Kategorie Dienstleistungsinnovation) mit LR Bernhard Tilg (von links). Foto: WK Tirol

Wirtschaftskammer und Land Tirol wollen mit dem Innovationspreis Tirols innovative Unternehmen als Vorbilder ins Rampenlicht zu stellen. „Innovationen und kreatives Denken sind von unermesslichem Wert für unseren Wirtschaftsstandort“, hielt Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer anlässlich der Verleihung des Innovationspreises Anfang Oktober fest.
In den Kategorien „Technische Innovatation“ und „Bestes Konzept“ setzten sich in diesem Jahr junge Unternehmen durch, die an der Universität Innsbruck entstandene Ideen mithilfe von CAST zu einer Geschäftsidee weiterentwickelt haben. Auch am Siegerprojekt in der Kategorie „Dienstleistungsinnovation“ wirkten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Innsbruck mit.

Achillesfersen der Wasserinfrastruktur

In der Kategorie „Dienstleistungsinnovation“ konnte sich das Ingenieurbüro Passer & Partner Ziviltechniker GmbH durchsetzen. Sie entwickelten gemeinsam mit einem Uni-Team unter der Leitung von Dr. Michael Möderl vom Arbeitsbereich Umwelttechnik eine Software, die eine Früherkennung von Gefahren in kritischen Infrastrukturen ermöglicht. Bei ihrem „Achilles Stresstest“ handelt es sich um eine Sensitivitätsanalyse, mit der Gefährdungsszenarien in der Wasserver- und Entsorgung nachgestellt werden können. Dadurch können Betreiber rechtzeitig Maßnahmen treffen und die Kosten der Notversorgung auf ein Minimum reduzieren.

Neue Brennstoff-Zellen

Die PhyTech Coating Technology GmbH aus Plfach gewann den Innovationspreis in der Kategorie „Bestes Konzept“. Das Unternehmen wurde bereits 2003 als Spin-off der Universtität Innsbruck gegründet und arbeitet auf dem Gebiet der Vakuum- und Dünnschichttechnologie. Beim innovativen Konzept, mit dem der Innovationspreis errungen wurde, handelt es sich um die Entwicklung von funktionellen Schichtsystemen für Hochtemperatur-Brennstoffzellen im Auftrag der Plansee SE. Die entsprechende Prozesstechnologie für die kommerzielle Serienfertigung wurde bereits umgesetzt.

Revolution im Formenbau

In der Kategorie „Technische Innovation“ konnte das aktuell von CAST betreute und geförderte Unternehmen superTEX aus Telfs den Tiroler Innovationspreis mit nach Hause nehmen. Mit dem neuartigen Verbundwerkstoff splineTEX(R) aus faserverstärktem Kunststoff können wetterfeste und tragfähige Freiform-Gitterstrukturen hergestellt werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Produktionsverfahren können freigeometrische Strukturelemente ohne aufwendigen Formenbau und ohne kostspielige Verformungsprozesse realisiert werden. Das Unternehmen superTEX ist ein Spin-off-Unternehmen, das die von der Architektin Valentine Troi an der Universität Innsbruck  entwickelte splineTEX(R)-Technologie verwertet.

(ef)