Internationales Symposium zur Psychodrama-Forschung

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Universitätslehrganges für das psychotherapeutische Fachspezifikum Psychodrama an der Universität Innsbruck fand Ende September ein dreitägiges Symposium mit dem Thema „Counselling and Psychotherapy – Research in Training and Professional Practice“ statt.
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Bild: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums vor der Tiroler Bergkulisse.

Ende September fand am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung der Fakultät für Bildungswissenschaften ein dreitägiges, internationales Symposium mit dem Thema „Counselling and Psychotherapy – Research in Training and Professional Practice“ statt. Das Symposium, an dem 50 TeilnehmerInnen aus 14 europäischen Staaten teilnahmen, wurde vom Institut gemeinsam mit dem Forschungskommittee der „Federation of European Psychodrama Training Organizations (FEPTO)“ organisiert. Anlass, die Tagung in Innsbruck auszurichten, war das zehnjährige Bestehen des Universitätslehrganges für das psychotherapeutische Fachspezifikum Psychodrama an der Universität Innsbruck.

Symposium

In Kurz-Vorträgen wurden einige vor kurzem abgeschlossene sowie laufende Forschungsprojekte exemplarisch vorgestellt und diskutiert. Dabei reichte die Palette der Beiträge von der Konzeptkompetenz in der Psychodramaausbildung über die professionelle Entwicklung in der Supervision bis hin zur Psychodrama-Therapie mit psychotischen Patienten. Auf einem anschließenden „Marktplatz“ hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit, weitere laufende Projekte bzw. Ideen für neue Projekte kennenzulernen, eventuelle Anknüpfungspunkte zu erkennen und Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Im folgenden Intervisions-Laboratorium ging es darum, den methodischen Aufbau der Projekte kritisch zu durchleuchten und Anregungen zur Verbesserung zu sammeln, wobei erfahrene Forscher als  „Coach“ bereit standen. 

Im letzten Schritt wurden in vier thematischen Arbeitsgruppen (Psychodrama mit Kindern; Theorieentwicklung im Psychodrama seit Moreno; psychodramatische Interventionen bei Opfern von Gewalt; Effektivität des Psychodramas und Psychodramaausbildung) das weitere Vorgehen innerhalb des jeweiligen Themenbereiches ausgearbeitet und die nächsten Schritte geplant. Das Rahmenprogramm führte die TeilnehmerInnen am Samstagabend zum Panoramarestaurant  Strieglreith (Oberperfuss), wo sie nicht nur den atemberaubenden Ausblick auf Innsbruck und das Inntal bewundern und Tiroler Spezialitäten genießen, sondern auch in entspannter Atmosphäre neue Kontakte knüpfen oder bestehende vertiefen konnten.

Universitätslehrgang

Der Universitätslehrgang für das psychotherapeutische Fachspezifikum Psychodrama wird am Institut für Psychosoziale Intervention und Kommunikationsforschung durchgeführt. Er ist vom Bundesministerium für Gesundheit als psychotherapeutische Ausbildungseinrichtung gemäß Psychotherapiegesetz anerkannt. Die AbsolventInnen können sich in die Psychotherapeutenliste eintragen lassen und sind damit berechtigt, selbständig Psychotherapie auszuüben. Derzeit läuft die vierte Ausbildungsgruppe.

Psychodrama

Psychodrama ist eine vom Gesundheitsministerium in Österreich anerkannte Psychotherapiemethode, die in den zwanziger Jahren von dem Arzt Jakob Levi Moreno (1889-1974) zunächst in Wien und dann in den USA entwickelt wurde und sowohl als Einzel-, als auch als Gruppenpsychotherapie durchgeführt wird. Psychodrama findet in der ambulanten wie in der stationären Psychotherapie Anwendung und hat sich auch bei der psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen sowie von behinderten Menschen bewährt.

( Christoph Bedenbecker)