Erika-Cremer-Stipendium für zwei Habilitandinnen

Silke Ötsch und Claudia Paganini werden im Rahmen des Erika-Cremer-Programms bei ihrem Habilitationsvorhaben unterstützt. Die vom Vizerektorat für Personal und dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies initiierte Förderung wurde Ende September zum zweiten Mal vergeben und soll exzellenten Forscherinnen den entscheidenden Schritt in den Wissenschaftsbetrieb erleichtern.
Erika Cremer Stipendien 2011
Bild: Silke Ötsch (li.) und Claudia Paganini (re.) nahmen am 28. September das Erika Cremer Stipendium entgegen.

Die Habilitation ist ein entscheidender Schritt für alle jene, die eine Karriere in der Wissenschaft anstreben, für viele Frauen ist sie ein Knackpunkt. „Wir beobachten einen massiven Einbruch des Frauenanteils in der Phase der Habilitation. Auch in Studienrichtungen, die von vielen Frauen belegt werden“, verdeutlichte Dr.in Sabine Engel vom Büro für Gleichstellung und Gender Studies in ihren einführenden Worten bei der feierlichen Vergabe der Erika-Cremer-Stipendien 2011. Aus diesem Grund habe man 2009 auf Einladung von Vizerektor Wolfgang Meixner begonnen, über ein Habilitationsprogramm für Frauen nachzudenken, so Engel über die Geburtsstunde des Programms. Bereits 2010 wurde das Stipendium, das eine befristete Anstellung von bis zu 48 Monaten sowie eine starke Einbindung der Stipendiatinnen in den Forschungsbetrieb vorsieht, erstmals vergeben.

Die Stipendiatinnen sind Dr.in Silke Ötsch und Dr.in Claudia Paganini, sie wurden von einer Jury aus mehreren Antragstellerinnen ausgewählt.

Silke Ötsch schloss 1999 ihr Architekturstudium an der Bauhaus-Universität Weimar ab, wo sie 2005 auch promovierte. Während ihres Doktoratsstudiums arbeitete sie in Architekturbüros sowie als freiberufliche Planerin. Nach ihrer Promotion wechselte Ötsch als wissenschaftliche Mitarbeiterin an das Institut für Konstruktion und Gestaltung der Universität Innsbruck. Bevor sie im September 2009 die Projektleitung eines am Institut für Soziologie beheimateten FWF-Projektes übernahm, hatte sie mehrere Lehraufträge an der Uni Innsbruck inne. Ihre Habilitation widmet sich dem Thema „Systemische Ausnahmen? ArchitektInnen in verschiedenen Kontexten von Finanzialisierung“.

Claudia Paganini studierte ab 1997 Katholische Theologie und Christliche Philosophie in Innsbruck und Wien. Beide Studien schloss sie mit Auszeichnung ab, 2005 wurde sie sub auspiciis praesidentis zum Doktor der Philosophie promoviert. Als dreifache Mutter hat sie die Jahre 2005 bis 2010 – wie sie selbst in ihrem Antrag angibt – vor allem der Erziehung ihrer drei Kinder gewidmet. Darüber hinaus hat Paganini ein Praktikum in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Tiroler Landesregierung absolviert und war für verschiedene Printmedien journalistisch tätig. Im Frühjahr 2010 hat sie mit ihrem Habilitationsprojekt „Medienethik als Prinzipienethik“ begonnen.

Andenken an eine große Forscherin

Das Erika-Cremer-Programm ist nach der Physikochemikerin Erika Cremer (1900-1996) benannt. Im Andenken an die große Forscherin, die trotz hervorragender wissenschaftlicher Leistungen erst 1959 zur ordentlichen Universitätsprofessorin für physikalische Chemie bestellt und zum Vorstand des Physikalisch-Chemischen Institutes ernannt wurde, will die Universität Innsbruck wissenschaftliche Frauenkarrieren fördern. Angeboten wird ein Habilitationsprogramm in Form einer befristeten Anstellung von 12 bis 48 Monaten. Der Antragstellerin soll so die Möglichkeit geboten werden, sich auf ihr Habilitationsprojekt konzentrieren zu können. Darüber hinaus soll sie in den Forschungsbetrieb einbinden und ihre wissenschaftliche Präsenz am jeweiligen Institut sicherstellen.

(ef)