Kinder gestalten Wissenschaft – EU-Initiative mit österreichischer Beteiligung

Im August hat die Europäische Kommission den Fördervertrag für eine neue europäische Initiative unterzeichnet: „SiS-Catalyst – Children as Change Agents for Science in Society“ bringt 30 Partnerorganisationen aus 23 Ländern zusammen, die führend an der Schnittstelle von Wissenschaft und Gesellschaft agieren.
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Bild: Kinder bei einem Workshop der Kinder-Sommer-Uni Innsbruck.

Österreich ist durch drei Vorzeigeinstitutionen im Bereich Wissenschaftsvermittlung vertreten: Das Kinderbüro der Universität Wien, Veranstalter der KinderuniWien und der Kinderuni on Tour sowie Koordinationsbüro des Europäischen Netzwerks der Kinderunis (EUCU.NET), hatte als Initiator maßgeblichen Anteil am Zustandekommen des Projekts und wird Teilbereiche des Projekts leiten. Die Universität Innsbruck hat mit der Jungen Uni Innsbruck Pionierarbeit zur Entwicklung der Kinderunis in Österreich geleistet und setzt in diesem Projekt ihren Schwerpunkt bei der Wissenschaftsvermittlung im ländlichen Raum. Das ZOOM Kindermuseum, das erste Kindermuseum Österreichs, hat die Kinderkultur- und Museumsszene nachhaltig geprägt und bringt seine Erfahrungen aus dem Museums-und Ausstellungsbereich in das Projekt ein. Koordiniert wird das Großprojekt „SiS-Catalyst: Children as Change Agents for Science in Society“ von der University of Liverpool. Das Vierjahresprojekt wird aus dem 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration gefördert.

Children as Change Agents – Wie Kinder Wissenschaft beeinflussen

Dass Kinder auch in der Wissenschaftspolitik als wichtiger Teil der Gesellschaft wahrgenommen und gehört werden, ist erklärtes Ziel der Initiative „SiS-Catalyst“: „Mutual Learning“ – Wechselseitiges Lernen ist das Stichwort in dieser EU-Bildungsstrategie. Genau hier setzt das Projekt SiS-Catalyst an: Mehr über die Vorstellungen und Ideen der Kinder und Jugendlichen von Wissenschaft zu erfahren und diese Prozesse sowie die gewonnen Erkenntnisse nachhaltig in die Gestaltung von Wissenschaftsvermittlung einfließen zu lassen. Strategien und Lösungen für eine Entwicklung der Bildungslandschaft werden im Dialog von WissenschafterInnen und Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 14 Jahren erarbeitet. So wird jenen eine Stimme gegeben, die von den zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen am meisten betroffen sein werden.

„Social Inclusion“ ist ein weiteres Ziel und gleichzeitig Grundhaltung von SiS-Catalyst. Denn angesichts kommender demographischer Veränderungen wird die Wissenschaft auf alle Talente angewiesen sein, um die Herausforderungen zu meistern. Im Rahmen von SiS-Catalyst werden Vorschläge und Richtlinien erarbeitet, wie Wissenschaftskommunikation auch bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche erreichen kann. Institutionen werden dabei unterstützt, in ihrem regionalen Kontext zu erkennen, welche Kinder einen erschwerten Zugang zu akademischer Bildung haben. Auf ihre Potentiale kann die Gesellschaft von morgen nicht länger verzichten.

Vernetzung, Qualitätsentwicklung und voneinander Lernen

SiS-Catalyst bringt Akteure aus allen relevanten Bereichen zusammen. Die nächste Konferenz wird im November 2011 in Ankara stattfinden. Die beteiligten Einrichtungen lernen voneinander, entwickeln Modellprojekte und unterstützen Newcomer durch Mentoring-Programme.  Eine Delegation von Kindern wird  zur Europäischen Konferenz der WissenschaftsministerInnen im April 2012 nach Bukarest reisen und dort den politischen EntscheidungsträgerInnen ihre Vorstellungen präsentieren.

Tricia Jenkins, Projektkoordinatorin  der University of Liverpool, dazu: „This new initiative recognises that we now need to treat children, not only as consumers of educational programmes, but as contributors as well.”

Das Projekt ist ein Beitrag zur Lösung der Herausforderungen für Europa 2020 – Österreich gestaltet diesen Beitrag für die Zukunft Europas wesentlich mit!

(red)