Praktikumsprojekt: Jugendliche legen Wert auf Datenschutz im Social Web

Wissenschaft hautnah erleben konnten fünf Schülerinnen und Schüler bei ihrem „Generation-Innovation“-Praktikum der Forschungsgruppe „Quality Engineering“ am Institut für Informatik. Im Mittelpunkt ihrer Forschungsarbeit stand dabei das soziale Netzwerk „Facebook“. Innerhalb von vier Wochen erstellten sie eine Umfrage, deren Ergebnisse sie anschließend in einer Studie auswerteten.
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Bild: Andrea Bichler, Nikola Bergmann, Michael Fellner, Philipp Wirtenberger und Sonja Mayr (von links) präsentieren die Ergebnisse ihres Praktikums. (Foto: Institut für Informatik)

Fünf Schülerinnen und Schüler konnten im August im Rahmen eines „Generation Innovation“-Praktikums am Institut für Informatik Wissenschaft hautnah erleben. Dabei haben sie eigenständig eine Forschungsarbeit zum sozialen Netzwerk „Facebook“ verfasst. Die Ergebnisse ihrer Studie zeigen: Grundsätzlich ist die Sicherheit der eigenen Daten für die Tiroler Jugendlichen ein sehr präsentes Thema. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass viele von ihnen bereits mit sozialen Netzwerken aufgewachsen sind. Bei den Jüngsten ist dieses Bewusstsein allerdings noch nicht ausgeprägt: So würden bei den 13- bis 15-Jährigen drei von vier den eigenen Standort im Internet teilen, während dies für 60 Prozent der 19- bis 21-Jährigen nicht in Frage kommt. Das Wissen um Datenschutz und –sicherheit nimmt demnach mit zunehmendem Alter der befragten Jugendlichen zu. Facebook selbst schneidet nach Meinung der Befragten eher schlecht ab: Beispielsweise wurde die Übersichtlichkeit der Privatsphäreeinstellungen von Facebook von über 80 Prozent der Teilnehmer mit der Schulnote „Befriedigend“ oder schlechter bewertet. Auch mit neuen, innovativen Funktionen kann Facebook bei dieser Zielgruppe nicht punkten: Die automatische Gesichtserkennung, die in naher Zukunft auch in Österreich eingesetzt werden soll, wurde von den Studienteilnehmern mit der Schulnote 4,6 bewertet. Die weitere Entwicklung bleibt spannend: „Facebook hat versprochen, bis Ende September besonders bei den Privatsphäreeinstellungen noch einmal nachzubessern“, weiß Sonja Mayr, eine Praktikantin des Teams.

Begeisterung wecken

„Im Rahmen der Generation-Innovation-Praktika wollen wir junge Menschen für Wissenschaft begeistern“, meint Prof. Dr. Ruth Breu, Leiterin der Forschungsgruppe. „Wir zeigen ihnen, dass Informatik eine äußerst kommunikative und kooperative Disziplin ist.“ Zunächst arbeiteten die Praktikanten sich in das Thema ein, indem sie den Status Quo und ähnliche Arbeiten untersuchten. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten sie ihre eigene Online-Umfrage, die die persönliche Einstellung zu Datenschutz ermittelt. Diese Umfrage wurde auf verschiedenen Kanälen verbreitet, insgesamt nahmen 126 überwiegend Tiroler Jugendliche teil. In der Zwischenzeit lernten die Praktikanten, eigene Softwareprojekte mit der Spiele-Programmierumgebung „Greenfoot“ umzusetzen. Anschließend analysierten sie die Umfrageergebnisse in einer Studie.

Generation Innovation

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) fördert jedes Jahr im Sommer Praktika für Schülerinnen und Schüler in technisch-naturwissenschaftlichen Universitäten und Unternehmen. Das Institut für Informatik an der Universität Innsbruck hat sich nun zum zweiten Mal an der Ausschreibung beteiligt und wie schon 2010 fünf Praktikantinnen und Praktikanten aufgenommen, um sie an der Forschung am Institut mitwirken zu lassen. Zum Abschluss des Praktikums präsentierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Studie vor der Forschungsgruppe.

(Korbinian Breu)

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