Zentrum für LehrerInnenbildung kooperiert mit Projekt Lernkaskade

Auf Initiative von Zukunftszentrum Tirol, Volkshochschule Tirol und Stadt Innsbruck startete im Sommersemester 2011 das Nachhilfeprojekt „Lernkaskade“ als Pilotprojekt an 4 Innsbrucker Oberstufenschulen. Im Herbst wird es auf 3 Neue Mittelschulen ausgeweitet. Unabhängig vom sozialen Status der Eltern soll allen SchülerInnen eine leistbare Nachhilfe bzw. Lerncoaching ermöglichen werden.
lernkaskade.jpg
Bild: In Kleingruppen von maximal acht Personen erhalten SchülerInnen Lernhilfe.

Das Konzept der Lernkaskade stammt von DI Murat Vural vom Chancenwerk e.V., der mittlerweile in Deutschland für sein Nachhilfeprojekt SHS² (Schüler helfen Schülern²) mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Dieses Konzept wird im Rahmen eines Pilotprojekts durch die Kooperationspartner an das österreichische Schulsystem angepasst und in der Praxis erprobt.

Wie die Lernkaskade entsteht

OberstufenschülerInnen finden sich ihrem Bedarf entsprechend (beispielsweise in Deutsch, Mathematik oder Latein) in Kleingruppen von maximal acht Personen zusammen und erhalten dann an ihrer Schule einmal pro Woche für 90 Minuten Nachhilfe durch eine oder einen Lehramtstudierende/n. Für die erhaltene, kostenlose Nachhilfe verpflichten sich die OberstufenschülerInnen im Gegenzug zur Weitergabe ihres Wissens an die UnterstufenschülerInnen in Form von Lernbetreuung. Die UnterstufenschülerInnen bekommen zweimal in der Woche für 90 Minuten eine Lernbetreuung, also 12 Stunden im Monat, und bezahlen dafür einen geringen finanziellen Beitrag.

Lehramtsstudierende profitieren

Durch die Unterstützung des Projekts seitens des Zentrums für LehrerInnenbildung der Universität Innsbruck profitieren die Lehramtsstudierenden der Universität Innsbruck doppelt: Sie können neben den Praxiserfahrungen, die sie bereits während ihres Lehramtsstudiums erwerben, auch bereits weitestgehend selbständig eine Gruppe von SchülerInnen unterrichten. Dabei müssen sie sich auch der Kritik und dem Rückmeldungen der SchülerInnen aussetzen und erhalten so eine zusätzliche Chance, ihre Kompetenzen zu reflektieren und zu erweitern. Zusätzlich können sich die LehramtsstudentInnen je nach Fächerkombination ihre Unterrichtstätigkeit als Praktikum anrechnen lassen.
Neben der Mitarbeit von Lehramtsstudierenden haben bereits Gespräche über eine wissenschaftliche Begleitforschung für das Projekt stattgefunden, in der speziell MitarbeiterInnen des Instituts für LehrerInnenbildung und Schulforschung unter Leitung von Frau Professor Schrittesser ihre Forschungsexpertise einbringen können.

Weitere Informationen: Mag. Klaus Reich (Zentrum für LehrerInnenbildung, klaus.reich@uibk.ac.at) oder Dr.in Ina Tschikof (Stadtkoordinatorin Innsbruck, i.tschikof@vhs-tirol.at)

(Klaus Reich)

Nach oben scrollen