Die Zukunft gehört dem mehrsprachigen Web

Am Institut für Translationswissenschaft wurden in diesen Tagen die ersten Absolventen des Mastermoduls „Website Translation“ gefeiert. Mit diesen innovativen Studieninhalten passt sich die Übersetzerausbildung der im WWW stattfindenden Entwicklung an.
Translat IT-Modul
Bild: Die Lehrenden des Moduls Dr. Peter Sandrini und Mag. Maria Kostner mit drei der Absolventinnen.

Die „English only“ -Anfangszeiten des WWW sind längst vorbei, das moderne Web präsentiert sich als globale Kommunikationsplattform mehrsprachig. Webentwickler und vor allem kleine und mittlere Unternehmen, die in den Exportmarkt drängen und sich im Web entsprechend präsentieren möchten, brauchen dazu entsprechend ausgebildete Übersetzer. Die im Übersetzerstudium vermittelte fundierte Sprachausbildung sowie die nötige Translationskompetenz wird mit dieser Ausbildung ergänzt durch die Medienkompetenz im Umgang mit webgestützten Texten und vor allem dem kulturwissenschaftlichen Wissen um Unterschiede in der Wahrnehmung und Gestaltung von Webinhalten. Kulturkonventionen sind auch im Web allgegenwärtig: So gestaltet sich der Webauftritt eines japanischen oder chinesischen Unternehmens (kollektivistische Kulturen) nicht nur sprachlich deutlich anders als der Webauftritt eines österreichischen oder deutschen Unternehmens (individualistische Kulturen): unterschiedliche Inhalte mit mehr gemeinschaftsbetonenden Themen wie Blogs und Diskussionsmöglichkeiten einerseits und die Privatsphäre und den Datenschutz unterstreichenden Inhalte andererseits, unterschiedliche Verwendung von Symbolen, Farben und Formaten sowie schließlich unterschiedliche Konventionen der Textproduktion im Web. Die Produktion eines mehrsprachigen Webauftritts stellt sich dabei meist als eine Gratwanderung zwischen Anpassung und Standardisierung dar, wofür Unternehmensstrategien, Marketing und Übersetzungsziele den Rahmen bilden.

E-Learning-Projekt

Zur Unterstützung der dabei nötigen technischen Abläufe wurden am Institut für Translationswissenschaft im Rahmen eines e-Learning-Projektes die am häufigsten verwendeten Web-Content-Management-Systeme mit den entsprechenden Übersetzungserweiterungen installiert und in der Ausbildung eingesetzt. Die Verbindung von WCM-Systemen mit der auch für andere Texttypen eingesetzten Translationstechnologie (Translation-Memory, Terminologiedatenbanken) und den in der Übersetzungsindustrie verwendeten Standardformaten (TMX, TBX, XLIFF) stellt hier eine besondere Herausforderung dar.

Mit diesem Mastermodul möchte das Institut für Translationswissenschaft moderne Ausbildungsinhalte integrieren und damit den Absolventen neue Arbeitsmöglichkeiten erschließen. Daneben leistet die Translationswissenschaft auch einen Beitrag zum fächerübergreifenden Masterstudium „Medien“ der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät.

(Peter Sandrini)

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